Stadt forciert Schaffung von Wohnraum und Einzelhandel in der Bezirksstraße

Freitag, 28. September 2018

Studie zur Nachnutzung des Esso-Grundstücks vorgestellt


Durch den Kauf des Grundstücks der ehemaligen Esso-Tankstelle in der Bezirksstraße hat die Stadt Gestaltungsspielraum für die Zukunft der Unterschleißheimer Einkaufsstraße erlangt. Mittels einer Studie, mit der sich der Grundstücks- und Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung befasst hatte, wurde untersucht, welche Nutzungsformen hier möglich sind, die die gesamte Bezirksstraße beleben und zu deren langfristigen Stärkung beitragen.

Nähergehend betrachtet wurde die Schaffung von Einzelhandelsflächen, eines Kinos, gastronomischer Flächen sowie Wohnraum, Praxis- und Büroräumen.

Die untersuchten potenziellen Nutzungskonzepte kamen zu dem Schluss, dass die Ansiedlung eines Lebensmittelvollsortimenters zu empfehlen ist. Dieser könnte die Besucherfrequenz der gesamten Bezirksstraße erhöhen und damit auch als Magnet für die vielen weiteren Geschäfte dienen und damit die Zukunft der Bezirksstraße als Einkaufsstraße stärken. Umfangreich untersucht wurde ebenfalls die Unterbringung eines Kinos in dem zu errichtenden Gebäudekomplex. Die Studie ergab, dass der Standort zwar grundsätzlich denkbar wäre. Allerdings würden die Besucher hauptsächlich in den Abendstunden angezogen werden, also außerhalb der Hauptöffnungszeiten der ansässigen Handels- und Dienstleistungsbetriebe. Dadurch könnte das Ziel einer Stärkung der Bezirksstraße durch zusätzliche Besucher nur in geringem Maße erreicht werden, da es keine nennenswerten Synergieeffekte mit dem vorhandenen Einzelhandel in der Bezirksstraße gäbe. Weiterhin wären die Flächen eines Kinos nur sehr eingeschränkt in der Zukunft wiederverwertbar und es bestünde laut Studie die Gefahr, dass ein Betrieb in dieser Größenordnung nicht dauerhaft rentabel sei. Darüber hinaus wäre ein Supermarkt mit darüber liegendem Kino städtebaulich nicht vertretbar, da der gesamte Baukörper eine Höhe erreichen würde, die die ortsübliche Bebauung übersteigt.

Auch das Thema Gastronomie wurde eingehend betrachtet. Die Studie führt dazu aus, dass eine Steigerung der Besucherfrequenz zwar erreicht werden und das vorhandene Angebot in der Bezirksstraße mit einem schlüssigen Konzept ergänzen könnte. Einzig die Mischnutzung von Gastronomie und Wohnen birgt aus Sicht der Gutachter Konfliktpotenzial.

Durchgehend positiv bewertet wurde in der Studie die Schaffung von Wohnraum in dem künftigen Objekt. Vor allem kleinere bis mittlere Einheiten wären aufgrund der demographischen Entwicklung sehr gut realisierbar und hätten eine hohe Nachfrage. Beim Thema Schaffung weiterer Büro- und Praxisräume kam die Studie zu dem Schluss, dass hierdurch eine Steigerung der Besucherfrequenz möglich wäre, allerdings dadurch Synergieeffekte für die weitere Stärkung der Bezirksstraße in keinem nennenswerten Umfang generiert würden.

Nach intensiver Debatte hat sich der Grundstücks- und Bauausschuss dafür ausgesprochen, im künftigen Gebäudekomplex einen Vollsortimentsupermarkt im Erdgeschoss sowie 12 bis 20 Wohneinheiten für das Obergeschoss vorzusehen. Erste Baukostenschätzungen gehen von einer nötigen Investition von 10,9 bis 13,6 Mio. Euro aus. Die Verwaltung wurde mit der Planung des Vorhabens beauftragt, die dann im weiteren Schritt dem Grundstücks- und Bauausschuss präsentiert werden.