Wer wird angeschlossen?

Thomas Stockerl, Vorstand der GTU AG, beantwortet Ihre Fragen:


Kann sich jeder, der möchte, an die Geothermie anschließen lassen?

Das kommt zunächst darauf an, ob sich die Immobilie in einem Anschlussgebiet befindet oder nicht. Ein Meter Trassenführung der Netzleitung für die geothermische Fernwärme kostet in Einzelfällen bis zu 1.400 Euro. Deshalb kann neben dem ökologischen Nutzen der klimafreundlichen Geothermie die wirtschaftliche Betrachtung nicht ganz außer Acht gelassen werden. Um Synergiepotenziale zu nutzen und effizient auszubauen, ist es deshalb sinnvoll, eine möglichst hohe Anschlussdichte von Gebäuden an den jeweiligen Trassen zu erreichen.

Unser Ziel ist generell ein größtmöglicher Netzausbau über das Stadtgebiet zur Realisierung von noch mehr Umwelt und Klima schonender Fernwärme aus Geothermie, gerade auch im bisher noch weniger versorgten Bereich westlich der Bahnlinie, insbesondere im Gewerbegebiet auf der Achse Carl-von-Linde-Straße und Nördliche Ingolstädter Straße, wie unsere aktualisierte Machbarkeitsuntersuchung zur Ausbaustrategie als sinnvoll aufgezeigt hat.

Sog. Kleinabnehmer-Objekte in kleinteiligen Siedlungs- und Wohngebieten können grundsätzlich dann von der Geothermie profitieren, wenn sie an bestehenden bzw. künftigen Fernwärme-Leitungstrassen netznah anliegen.

Es muss uns aber bewusst sein, dass neben den wirtschaftlichen Voraussetzungen für weitere Anschlussmaßnahmen an die regenerative und ökologische Erdwärme – trotz der geplanten Erweiterung der Energiezentrale mit einer Wärmepumpe zur weiteren Ausnutzung der bisher im Thermalwasser noch vorhandenen und technisch noch nicht nutzbaren Restwärme – die geothermische Energiequelle für die Fernwärme begrenzt ist. Schon deshalb kann nicht jedes Gebäude in Unterschleißheim an die Geothermie angeschlossen werden.


Was empfiehlt sich, wenn man nicht im derzeitigen Ausbaugebiet liegt?

Interessenten, die nicht im Ausbaugebiet liegen, sollten sich dennoch bei der GTU AG melden. In einem Gespräch kann geklärt werden, ob, wann und wie Hausanschlüsse bei der weiteren Planung zur Netzentwicklung berücksichtigt werden können. Es gibt zum Beispiel immer wieder Insellösungen, die sinnvoll sein können. Zudem gewinnen wir daraus nützliche Erkenntnisse für unsere Ausbaustrategie.