Wissenswertes über die Geothermie

Die Wärmeversorgung mit Geothermie ist keine Erfindung unserer Zeit. Im Gegenteil, sie wird bereits seit Jahrtausenden genutzt. Die Römer gelten als "Erfinder" der (Thermal-)Badekultur. Vermutlich übernahmen sie diese von den Etruskern, die die heißen Quellen in der Toskana bereits in der Antike nutzten. Neben den Römern genossen und genießen auch heute noch Chinesen, Japaner oder Maoris das Bad mit dem wohltemperierten Quellwasser.

Tief im Inneren unseres Planeten herrscht nach heutigen Schätzungen eine Temperatur zwischen 5.000 und 7.000 Grad Celsius. Ohne Unterbrechung, also 24 Stunden am Tag, sommers wie winters, steigt ein ständiger Wärmestrom an die Oberfläche, der das Gestein, aber auch die Wasservorkommen in den Tiefen der Erde erhitzt. Diese Tiefengewässer werden Thermalwasser genannt.

Je tiefer man in das Innere der Erde vordringt, desto heißer wird es. Pro 100 Meter Tiefe nimmt die Temperatur um zirka drei Grad Celsius zu. Ab einer Temperatur von 100 Grad Celsius kann das heiße Wasser nicht nur zum Heizen, sondern über einen in sich geschlossenen Sekundärkreislauf auch zur Stromgewinnung eingesetzt werden.

Mit dem Unterschleißheimer Geothermieprojekt erlebte vor allem Bayern einen neuen Boom an Geothermieprojekten. Mittlerweile sind in Bayern bereits 22 hydrothermale Projekte in Betrieb (Stand Juli 2019).


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