Großer Andrang bei erster Raritätenbühne - Schützenscheibe als wertvollster Fund

Freitag, 30. November 2018

Der Saal war bis auf den letzten Platz belegt, als Daniela Benker, Leitung FORUM Unterschleißheim, die Besucher zur ersten Raritätenbühne am Sonntag, den 18. November, in Unterschleißheim begrüßte. Gemeinsam mit dem neuen Leiter des Stadtmuseums Dr. Stephan Bachter rief Benker das Veranstaltungsformat ins Leben.
Ein kompetentes Team bestehend aus vier Kunstexperten begutachtete und bewertete die von den Besuchern mitgebrachten Kunstwerke. Dr. Christoph Nicht, der Leiter der Graphischen Sammlung und Gemäldeexperte der Kunstsammlungen Augsburg, war für Malerei und Graphik zuständig. Er entpuppte sich im Lauf des Abends als „Dr. Vielwissend“, der auch zu afrikanischer Volkskunst, Heiligenbildern und Keramik viel zu sagen wusste. Der Kirchenmaler, Restaurator und Kunsthändler Axel Wieland gab, sofern es von den Besitzern gewünscht wurde, Auskünfte über die Preise, die am Kunstmarkt für die Objekte erzielt werden konnten. Als Spitzenreiter erwies sich dabei eine Schützenscheibe aus dem Jahr 1921, die von dem Maler Angelo Graf von Courten (1848-1925) gestaltet worden war. Auch Schmuck wurde zur Begutachtung und Bewertung vorgelegt. Dafür war die Münchner Goldschmiedin und Schmuckexpertin Anne Hüttisch angereist, die geduldig mit ihren Prüfgeräten die Pretiosen der Besucher unter die Lupe nahm. Um Bücher und Alltagsgegenstände kümmerte sich der Volkskundler Dr. Andreas Garitz. Bei einer Schreibmaschine der Marke „Underwood“ konnte er Modell und Bauzeit exakt bestimmen.
Insgesamt konnten 45 Besucher ihre Kunstschätze zur Begutachtung vorlegen. Viele brachten mehrere Gegenstände mit, so dass im Lauf des Abends rund 200 Objekte begutachtet, beschrieben, kulturhistorisch erklärt und preislich bewertet wurden.
Die nächste Raritätenbühne findet am 24. März 2019 wieder im Gleis 1 statt. Dabei wird auch ein Experte für Steine, Fossilien, Mineralien und frühzeitliche Artefakte anwesend sein.