Jahresrückblick des Ersten Bürgermeisters Christoph Böck 2020

Montag, 21. Dezember 2020

Liebe Unterschleißheimerinnen und Unterschleißheimer,

die Weihnachtstage mit ihren langen Nächten sind traditionell eine ruhige Zeit. Doch war das Jahr 2020 insgesamt nicht auch stiller als sonst? So viel hat sich geändert und ich meine, dass es heuer besonders wichtig ist, innezuhalten und zurückzuschauen. Um ein Ereignis ungeahnten Ausmaßes zu verarbeiten und sich darüber hinaus zu besinnen, wie es uns verändert hat und wie wir damit umgegangen sind.
Im Coronajahr standen wir auch in Unterschleißheim vor neuen gesundheitlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen. Was noch viel dramatischer ist: Einige aus unserer Mitte haben die Ansteckung durch das Virus nicht überlebt und Unterschleißheim trauert um sieben Coronaopfer. Mein tiefes Mitgefühl ist bei den Angehörigen. Noch immer ist die Gefahr da und wir sind aufgefordert, Weihnachten und Silvester so vorsichtig wie möglich zu feiern. Doch trotz aller Verluste und Einschränkungen während gleich zweier Lockdowns dürfen wir nicht vergessen, dass wir auch etwas gewonnen haben. Wenn wir jetzt die Zeit der Pandemie betrachten, können wir bei aller Demut vor dem großen Geschehen auch ein wenig stolz auf uns sein.

Ein Jahr des Miteinanders und der Flexibilität

Gerade während der Coronapandemie hat sich das Miteinander von Bürgerschaft und Stadt einmal mehr bewährt. UnterschleißheimerInnen haben ihren MitbürgerInnen in der Krise mit überwältigender Solidarität zur Seite gestanden. Unzählige Freiwillige haben Masken genäht und für Menschen in Quarantäne Besorgungen erledigt. Für diesen Gemeinschaftssinn möchte ich mich noch einmal bei Ihnen bedanken und auch dafür, dass Sie die Hygieneregeln so einfach akzeptiert und auf diese Weise die Ansteckungsgefahr reduziert haben.
Auch die Stadt hat getan, was sie konnte. Wir haben den Mittwochsmarkt auf dem Rathausplatz ins Leben gerufen. Wir sind eingesprungen, als die Kinderbetreuungskosten trotz geschlossener Kitas weiterhin erhoben wurden, und haben die Eltern entlastet. Derzeit kümmern wir uns darum, dass Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen mithilfe von C02-Ampeln und Lüftungsanlagen besser geschützt werden. Zwei Mal haben wir auf dem Volksfestplatz ein Testzentrum aufgebaut. Mit besonderer Energie haben wir dort gerade die Einrichtung eines Impfzentrums und mobiler Impfteams vorbereitet.
Neben dem Sinn fürs Miteinander haben wir alle auch Flexibilität im großen Stil bewiesen. Dass unser beliebtes Volksfest und unser traditioneller Christkindlmarkt abgesagt wurden, haben Sie zwar bedauert, sind aber zum Schmankerlwochenende gekommen und ließen sich – auch wenn die Freude nur kurz war – von den Winterinseln anlocken. Mit Aufführungen wie Zirkus mit Abstand und Streaming-Events hat die Kultur Unterschleißheims zu ganz neuen Formaten gefunden. Unsere Stadt wird überhaupt immer virtueller. Die SchülerInnen und LehrerInnen haben erfolgreich Telelearning praktiziert und die AbsolventInnen unserer Schulen wurden auch per Videobotschaften ins Leben verabschiedet.
Doch bei aller neuen Virtualität überzeugt insbesondere die „Hardware“ Unterschleißheims: Denn wenn schon Lockdown, dann hier. Unsere Stadt verfügt über die ideale Infrastruktur für uns alle, die wir uns nur in begrenztem Rahmen bewegen dürfen. Sie bietet Parks, Wiesen und Wälder zum Spazierengehen und zwei traumhafte Seen zum Baden.


Auch jenseits von Corona viel erreicht

Es gab tatsächlich in diesem Jahr noch etwas anderes als Corona, Politik zum Beispiel. So haben Sie mich in meine zweite Amtszeit als Bürgermeister Ihrer Stadt gewählt. Für Ihr Vertrauen möchte ich mich an dieser Stelle noch einmal herzlich bedanken! Der Stadtrat hat sich neu aufgestellt und ein bunter Strauß an Vorhaben wurde initiiert oder fortgeführt, um das Lebenswerte unserer Kommune weiter zu gestalten. Dieses besteht zum Beispiel in der Begeisterung am Radfahren und an Filmen. In jeder Hinsicht bewegend war, dass beim diesjährigen STADTRADELN über 100.000 Kilometer zusammenkamen. Das Capitol-Kino hat mit dem städtischen Kinoprogramm begonnen, auch wenn die Eröffnung abgesagt werden musste. Mitte Juni liefen die ersten Filme, die Zuschauer kamen und erfreuten sich vor allem an den großen Klassikern der Leinwand.
Und trotz Pandemie wurde entworfen, gebohrt und gehämmert: Der neue Sporttreff am AquariUSH wurde im Februar noch feierlich eingeweiht. Das Schwimmbad wurde saniert. Der Bau des neuen Caritas-Kinderhorts wurde begonnen und soll im kommenden Sommer abgeschlossen werden. Bestimmt haben einige von Ihnen aufgeatmet, als auch die Baustelle Münchener Ring abgeschlossen wurde. Die Planungen für die Michael-Ende-Grundschule, den BRK-Neubau und die Erweiterung des Feuerwehrgebäudes, die Bebauung des Esso-Grundstücks und der Städtische Wohnungsbau an der Kiebitzstraße schreiten voran. Unser Stadtmuseum stellt sich mit den Schwerpunkten Stadtgeschichte und Kunst gerade neu auf und soll 2021 wiedereröffnet werden.
Detailreich und in Farbe gibt es den Überblick auf Unterschleißheimer Aktivitäten auch in dem im Frühjahr 2021 erscheinenden Zeitspiegel, der an alle Haushalte der Stadt verteilt wird.
Dass sich gerade im letzten Jahr „in aller Stille“ so viel bewegt hat, verdanken wir besonders den vielen engagierten Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt, dem Stadtrat, den Vereinen und den Organisationen und der Verwaltung. Zum ersten Mal erleben wir diesmal eine wirklich „staade Zeit“ ohne persönliche Begegnungen bei schönen Weihnachtsfeiern. Umso herzlicher wünsche ich Ihnen für das ausklingende Jahr Zufriedenheit am Erreichten und Zuversicht für das Kommende. Ein besinnliches Weihnachtsfest und einen entspannten Rutsch in ein neues Jahr voller Hoffnung!
Weihnachtliche Grüße


Ihr 
Christoph Böck
Erster Bürgermeister