Großes Interesse an der zweiten Bürgerinformation - Unterschleißheimer wollen die „Neue Stadtmitte“ mit planen

Donnerstag, 05. Dezember 2019

250 Gäste informierten sich im Bürgerhaus über die weiterentwickelten Planungen zur „Neuen Stadtmitte“

Die Unterschleißheimer Bürger haben ein enormes Interesse an den Planungen für die „Neue Stadtmitte“: Rund 250 Interessierte sind am Montag zur 2. Bürgerinformation ins Bürgerhaus gekommen. Dort erfuhren sie aus erster Hand, dass das Planungsbüro steidle architekten aus München mit Jühling & Partner Landschaftsarchitekten den städtebaulichen und landschaftsplanerischen Ideenwettbewerb gewonnen hat. Wenn der Stadtrat am 18. Dezember 2019 zustimmt, entwickeln das Steidle-Team gemeinsam mit den beiden Eigentümern, dem Stadtrat und den Bürgern das neue Stadtzentrum. Ein wichtiger Meilenstein für Unterschleißheim.


Beim Blick auf den vollen Festsaal freute sich Bürgermeister Christoph Böck: „Es ist ganz eindeutig, dass die Menschen wollen, dass hier endlich etwas vorangeht.“ Ruhig, sachlich und sehr engagiert wurde an den Plänen mit den Architekten und dem Bürgermeister diskutiert. Die Zuhörer haben auch wieder zahlreiche Anregungen und Wünsche auf den Moderationsständen notiert.


An dem Ideenwettbewerb hatten sich ursprünglich acht Planungsbüros beteiligt. Drei hatten im Frühjahr einen gleichberechtigten Ersten Preis bekommen. Das sind:


• steidle architekten aus München mit Jühling & Partner Landschaftsarchitekten
• Robert Meyer und Tobias Karlhuber, München
mit Burkhardt I Engelmeyer I Mendel Landschaftsarchitekten Stadtplaner, München
• baum-kappler architekten, Nürnberg, mit Johannes Kappler Architektur und Städtebau, Nürnberg, Adler & Olesch Landschaftsarchitekten, München

Sie bekamen im Juli vom Stadtrat die Aufgabe, ihre Konzepte zu überarbeiten. Im Aufgabenkatalog wurden die Beurteilungen des Preisgerichts, die Aufträge des Stadtrats und genauso die zahlreichen Anregungen der Bürger eingearbeitet. Die wichtigsten Vorgaben waren:


• Die Geschossfläche wird vermindert (vor allem zu Lasten der Gewerbeflächen) und die Höhe wird reduziert.
• mehr Wohnungen, weniger Hotel
• mehr Aufenthaltsqualität im Freien und viel Grün – auch auf den Dächern
• Das bedeutet im Einzelnen: 6.000 m² Geschossfläche weniger (44.700 m²), 3.000 m² mehr Wohnraum (25.340 m²) und 3.200 m² weniger Gewerbefläche (14.000 m²) sind möglich. Gefordert sind genügend Pkw-Parkplätze und ebenso ausreichende Möglichkeiten, das Radl abzustellen und sich als Fußgänger sicher zu bewegen.

Ein Beratergremium aus Architekten, Stadtplanern, Stadträten und den beiden Eigentümern hat vor zwei Wochen die drei überarbeiteten Konzepte abgewogen, die am Montag erstmals öffentlich vorgestellt wurden. Das Gremium schlägt dem Stadtrat vor, das Team Steidle mit der weiteren Ausarbeitung zu beauftragen. Für diese Empfehlung haben alle in diesem Gremium vertretenen Stadträte sowie die Eigentümer gestimmt.


Der Bürgermeister will eine gemäßigte Entwicklung

„Diese Entscheidung ist ein wichtiger Schritt nach vorne“, sagt Bürgermeister Böck. Er plädiert dafür, dass in der „Neuen Stadtmitte“ mehr Wohnungen als bisher gebaut werden. Böck: „Zukünftig wird alles in der Stadtmitte für eine gute Wohn- und Aufenthaltsqualität vorhanden sein: Einkaufsmöglichkeiten, Gastronomie, ÖPNV, Ärzte, Rathaus, das Bürgerhaus mit seinem Kulturprogramm und Ruheplätze. Gerade für die ältere Generation und Familien wird dies ein attraktiver Platz zum Wohnen sein.“
Das sei ein wichtiger Mosaikstein, um wieder Leben in die Stadtmitte zu bringen. Der Bürgermeister legt Wert darauf, dass er und der Stadtrat weiterhin eine „gemäßigte Entwicklung für Unterschleißheim“ wollen, die unter den Wachstumsraten für den Raum München bleiben soll.

Die Verwaltung bereitet die nächsten Schritte vor

Wenn der Stadtrat am 18. Dezember 2019 der Empfehlung des Beratergremiums folgt, können umgehend mit beiden Eigentümern die Rahmenbedingungen für die Sozialgerechte Bodennutzung (SOBON) verhandelt werden. Darüber hinaus soll das Thema Erschließung weiter abgestimmt werden und parallel der Aufstellungsbeschluss zur Einleitung des Bebauungsplanverfahrens erfolgen. Ein Bebauungsplan dauert etwa 1,5 bis 2 Jahre und beinhaltet öffentliche Auslegungen mit weiterer Bürgerbeteiligung. Der Bürgermeister will bis zum Baubeginn keine Zeit verlieren. So sei es zum Beispiel möglich, schon die ersten Gebäude abzureißen, bevor der Bebauungsplan juristisch in trockenen Tüchern ist. Christoph Böck: „Wir haben im Laufe der Jahre viele Hürden aus dem Weg geräumt, jetzt können wir endlich eine lebendige und lebenswerte Stadtmitte bauen.“