Erfolgreiche Nachverhandlungen beim Gipfeltreffen zur MVV-Tarifreform

Donnerstag, 11. Oktober 2018

Liebe Unterschleißheimerinnen und Unterschleißheimer,

zu der im Sommer vorgelegten MVV-Tarifreform gab es erheblichen Widerstand vor allem aus den nördlichen Landkreiskommunen. Mit der Reform soll das komplizierte Tarifsystem vereinfacht werden, was ich grundsätzlich begrüße. Die neue Zuordnung von Unterschleißheim in die Zone M+2 hätte aber zum Teil erhebliche Preissteigerungen vor allem für Fahrten von und in den Münchner Norden bedeutet. Deswegen haben der Stadtrat und ich gegenüber dem Freistaat und dem MVV unsere Ablehnung zur vorgelegten Tarifreform bekundet. Nur durch den Widerstand von Unterschleißheim und weiterer Kommunen konnte der Freistaat zu notwendigen Nachverhandlungen bewegt werden. Die Ergebnisse dieses Gipfeltreffens zur MVV-Tarifreform vom 05.10.2018 sind eine Kehrtwende in der Finanzierung des ÖPNV. Zum ersten Mal beteiligt sich der Freistaat an der laufenden Finanzierung des MVV jährlich mit einem Zuschuss von 35 Mio. Euro. Das lässt den neuen Gestaltungsspielraum für eine Weiterentwicklung des Tarifsystems zu. Damit ist nun eine echte Tarifreform mit mehr Attraktivität für die Bürgerinnen und Bürger greifbar.

Der breite Widerstand der Kommunen und Bürger gerade aus dem Münchner Norden gegen die ursprünglich geplante MVV-Tarifreform hat sich gelohnt. Die jetzt erzielten Nachverhandlungen mit der Staatsregierung zeigen, dass nur eine echte Tarifreform zur Attraktivitätssteigerung des ÖPNV führen kann. Die künftige finanzielle Beteiligung des Freistaates ist positiv zu bewerten, hätte allerdings auch bereits vor drei Jahren zum Start der Verhandlungen über das Tarifsystem, erfolgen können.

Nach den finanziellen Zusagen der Staatsregierung muss es nun weiter das Ziel sein, den ganzen Landkreis München in die M-Zone mit einzubeziehen. Davon könnten die Bürgerinnen und Bürger Unterschleißheims aber auch die vielen täglichen Pendler profitieren. Ich halte aber auch eine finanzielle Beteiligung seitens der acht MVV-Verbundlandkreise für gerechtfertigt und notwendig, um eine wirkliche Verbesserung für den durch den Verkehr am stärksten belasteten Münchner Norden zu erreichen. Weniger Individualverkehr entlastet unsere Bürgerinnen und Bürger, die Pendler, unsere Straßen und natürlich unsere Umwelt und führt zu mehr Lebensqualität. Dafür braucht es ein attraktives Preissystem und natürlich zuverlässige Fahrpläne sowie den weiteren Ausbau des Liniennetzes. 

Es freut mich, dass die Landkreiskommunen nun noch einmal Bewegung in die Verhandlungen zur MVV-Tarifreform bringen konnten. Die gute Zusammenarbeit der Kommunen und die Bündelung des gemeinsamen Protestes zeigen, dass auch nach dreijährigen Verhandlungen ein besseres Ergebnis für die Bürgerinnen und Bürger erzielt werden kann. Dafür werde ich mich weiter einsetzen.

 

Mit besten Grüßen

Christoph Böck
Erster Bürgermeister