Energiespartipp Juli 2020 - Energiebewusst in der digitalen Welt

Mittwoch, 01. Juli 2020

Die Ausgangsbeschränkungen der Corona-Krise bewirken, dass sich viele Dinge in die digitale Welt verlagern: Homeoffice und Homeschooling sind Notwendigkeiten, Streamen, Einkaufen via Internet, Online-Banking, Datenspeichern in der Cloud und vieles mehr sind gesellschaftliche Trends, die durch die Krise verstärkt werden. Was viele dabei vergessen: All das verbraucht viel Energie und produziert damit auch Schadstoffe. Doch wir können einiges tun, um auch in der digitalen Welt Umweltbewusstsein zu zeigen.

Video-Konferenzen ermöglichen es jetzt, miteinander im Kontakt zu bleiben. Sie können dauerhaft viele zeit- und energieintensive Reisen sowie das Pendeln zum Arbeitsplatz ersparen und sind ein wichtiger Pfeiler für erfolgreiches Homeoffice. Somit können durch die entsprechenden Dienste bereits Emissionen eingespart werden.
Nichtsdestotrotz verbraucht die Nutzung von Onlinediensten, ob für Freizeit oder Arbeit, Energie. Der Ausbau digitaler Technologien muss mit Klimaerfordernissen und den Ressourcenbeschränkungen vereinbar gemacht werden. Unter dem Schlagwort „Digital Sobriety“ – „digitale Nüchternheit“ – soll der Einsatz wohlüberlegt, sinnvoll und nachhaltig sein.
Ein bewusster Umgang mit dem Datenvolumen ist daher ratsam. Man sollte sich daher überlegen, ob große Datenmengen verschickt werden müssen, ob man Dokumente, Musik etc. auch herunterladen und lokal speichern kann oder ob es auch möglich ist, häufiger offline zuarbeiten.
Dabei ist nicht nur die Menge der Nutzung, sondern auch der Server im Hintergrund entscheidend für den ökologischen Fußabdruck. Laut der Greenpeace-Studie „Clicking Green“ setzen Apple, Microsoft, Facebook und Google auf erneuerbare Energien. Doch gerade das Schwergewicht Amazon und der Streaming-Dienst Netflix werden fast vollständig mit fossilen, klimaschädlichen Energien betrieben. Wer auch in der digitalen Welt umweltbewusst unterwegs sein möchte, sollte sich daher darüber informieren, wie die Server der genutzten Onlinedienste betrieben werden. Rethink, Refuse, Reduce sind hierbei drei der sieben „Rs“ der Nachhaltigkeit. Sie  helfen auch beim umweltbewussten Streamen. Wer seine Entscheidungen überdenkt, kann auch im weltweiten Netz etwas für das Klima tun.