Energiespartipp des Monats April 2019 - Rethink statt Rebound

Mittwoch, 03. April 2019

Der Rebound-Effekt ist ein Dilemma: Wir tun möglichst viel, um Energie, Wasser und andere Rohstoffe zu sparen. Doch der Einspareffekt verpufft, am Ende verbrauchen wir gleich viel oder sogar mehr Energie als zuvor. Wenn wir uns die Ursachen bewusst machen, schlagen wir dem Rebound-Effekt ein Schnippchen.

Immer öfter: Ein sparsamer Pkw verursacht geringere Treibstoffkosten pro gefahrenem Kilometer als alte Spritschlucker. Fatal ist es, wenn sich ein neues Auto auf das Fahrverhalten auswirkt: Wege werden häufiger mit dem Pkw zurückgelegt, längere Strecken gefahren und öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad dafür weniger genutzt. Am Ende steigen die klima- und gesundheitsschädlichen Emissionen.

Immer größer: Effizienzgewinne von Motoren werden „verschenkt“, wenn Neuwagen immer größer, schwerer und stärker werden. Das macht die Treibstoffeinsparung zunichte oder führt sogar zu einem Mehrverbrauch. Das nennen Fachleute dann „Backfire”.

Immer mehr: Häufig führt auch sorgloseres Nutzerverhalten zum „Rebound”. Wer nach einer Effizienzmaßnahme weniger für Energie zahlt, ist weniger motiviert sparsam mit Energie umzugehen. Die Folge: Das mögliche Einsparpotenzial nach Sanierungen wird bei Weitem nicht ausgeschöpft. Abhilfe schaffen zum Beispiel automatisierte Heizungssteuerungen, die einen nachlässigen Umgang mit der Heizenergie verhindern – oder eine gute Visualisierung der Energieverbräuche, die einen echten Anreiz geben.

Was tun? Jeder von uns verbraucht doppelt so viele Ressourcen, wie uns nach dem globalen Pro-Kopf-Limit zustehen. Effizienzmaßnahmen sind wichtig – doch genauso wichtig ist es, immer auch unser Verhalten kritisch im Auge zu behalten. Am Ende sollte auch eine noch so sparsame LED-Lampe ausgeschaltet werden, wenn kein Licht gebraucht wird.