Der Heideflächenverein Münchener Norden e.V. lädt zur Gesprächsrunde ein - Konfliktsituation Reh und Hund im Naturschutzgebiet „Mallertshofer Holz mit Heiden“

Donnerstag, 14. März 2019

Das Naturschutzgebiet „Mallertshofer Holz mit Heiden“ ist bei unterschiedlichen Gruppen von Erholungssuchenden, wie Spaziergängern, Radfahrern und Hundehaltern wegen seiner weiten naturbelassenen Landschaft sehr beliebt. Oftmals fühlen sich Hundehalter vor dieser idyllischen Kulisse animiert, ihren Hunden etwas Gutes zu tun und sie frei laufen zu lassen. Gerade der nördliche und westliche Teil ist mit seinen Wiesen, den offenen und in Gehölzgruppen aufgelösten Waldrändern sehr ansprechend.
Hier ist der ideale Lebensraum für Rehe, die gern auf den Wiesen Kräuter äsen und im Wald zum Wiederkäuen und Ruhen einstehen. Wegen vielfältiger Gefahren in der Kulturlandschaft ist das Reh zum Wildtier des Jahres 2019 auserkoren worden. Auch wenn man die Rehe im Naturschutzgebiet praktisch nicht sieht, leben die scheuen Tiere hier. Mit ihrem feinen Gehör und Geruchssinn können sie uns Menschen auf große Distanz wahrnehmen. Unter günstigen Bedingungen können sie uns auf 300 Meter Entfernung wittern. Als friedfertige Fluchttiere versuchen sie den Kontakt mit Menschen und tierischen Feinden zu vermeiden und verstecken sich in den Gehölzgruppen und Waldabschnitten. Im Offenland versuchen sie einen Abstand von mindestens 200 Metern zu Menschen zu halten, im Wald lassen sie diese sogar auf 100 Meter an sich heran.
Auch Hunde riechen und hören sehr gut und nehmen hier mehr wahr, als wir Menschen. Deshalb kann es passieren, dass sie, für Frauchen oder Herrchen ganz unvermittelt einer Wahrnehmung nachgehen, einem Geräusch oder einer Fährte folgen. Wer seinen Hund gut kennt und gut erzogen hat, kann ihn davon abhalten. Oder er wird ihn an der Leine führen, um nicht den Kontakt zu ihm zu verlieren. Wer seinen Hund nicht so gut kennt, wird unter Umständen erleben können, wie nah er seinen Vorfahren, dem Wolf, steht und wie gut der vielleicht sonst ruhige und liebe Hund auf einmal jagen und in letzter Konsequenz ein Wildtier erlegen kann. So geschehen am Dienstag, den 22. Januar 2019. An diesem Nachmittag erlag ein Reh den Bisswunden eines Hundes. Es war schon der zweite Zwischenfall dieser Art in zwei Wochen. Leider passiert dergleichen immer wieder. Das Problem von außer Kontrolle geratenen Hunden tritt nicht nur im Wald auf, sondern auch Schäfer in den offeneren Heiden des Natura 2000-Gebietes „Heideflächen und Lohwälder nördlich von München“ haben schon öfter die Folgen erleben müssen: Versprengte oder getötete Schafe, Lämmchen, Ziegen oder Kitze.
In Naturschutzgebieten sollen die vielfältigen heimischen und wilden Tierarten und Pflanzenarten ungestört leben können und die Menschen geregelt die Natur genießen können. Deshalb gilt in Naturschutzgebieten generell das Wegegebot und Anleinpflicht für Hunde. Im Naturschutzgebiet  „Mallertshofer Holz mit Heiden“ müssen generell alle Hunde angeleint sein. Nach § 4, Absatz (2) Punkt. 8. der Schutzgebietsverordnung dürfen nur Jagdhunde im Einsatz und Hütehunde bei der Schafführung im Naturschutzgebiet unangeleint sein. Wenn autorisierte Personen einem Hundehalter mit einem nicht angeleinten Hund begegnen, können sie ihn mit einem Bußgeld in Höhe von 40,-. € belegen.
Im Mallertshofer Holz sind nur die Kieswege für die Öffentlichkeit freigegeben. Die Pfade durch den Wald sind den Pflegemaßnahmen des Forstbetriebes und den Hege- und Pflegemaßnahmen der Jäger vorbehalten. Durch Einhaltung dieser Gebote erhöht sich sogar die Chance auf einen intensiveren Naturgenuss. Denn die Wildtiere erkennen sehr wohl, ob die Menschen und deren angeleinte Hunde auf den Wegen bleiben und sie folglich sicher am Waldrand bzw. auf der Lichtung äsen können oder, ob sie auf der Hut sein müssen. Letzteres kann dazu führen, dass die Wildtiere sehr scheu werden, immer auf der Flucht sind und kaum mehr genug Zeit haben, um sich satt zu fressen. So haben manche Jungrehe im Mallertshofer Holz bis zum Anbruch des Winters noch nicht einmal das erforderliche Mindestgewicht von 10 Kilogramm erreicht, um sicher über den Winter kommen zu können.

Einladung zum Gesprächskreis

Im Naturschutzgebiet Südliche Fröttmaninger Heide treffen unterschiedliche menschliche Besuchergruppen vom naturverbundenen Gassi-Gehen über Spaziergänger, sportliche Jogger und Radfahrer aufeinander. Jeder hat seine eigenen Erlebnisse. Deshalb lädt der Gebietsbetreuer Tobias Maier am Samstag, den 23.03.2019, von 15 bis 17 Uhr zum Gesprächskreis Begegnungen und Erlebnisse mit Hunden auf der Fröttmaninger Heide ein.


Besucher der Fröttmaninger Heide mit und ohne Hund erzählen von ihren Erlebnissen und Wünschen bei Begegnungen von Mensch und Hund

Ort/Treffpunkt: HeideHaus, Admiralbogen 77, 80939 München
Referent: Tobias Maier
Veranstalter: Gebietsbetreuung "Natura 2000 - Heideflächen und Lohwälder nördlich von München"
Anmeldung erforderlich bei: Tobias Maier; (089) 46 22 75 66 oder tobias.maier @heideflaechenverein.de
Hinweis: Leider können keine Hunde zum Gesprächskreis ins HeideHaus mitgenommen werden.