Beratungsstelle Wohnen informiert | Sprechstunde am 05.03.2018

Mittwoch, 28. Februar 2018

Treppen, Stufen, Schwellen und Lift

Treppauf - treppab

Tagein tagaus überwinden wir eine Menge Stufen und Schwellen, ganz ohne darüber nachzudenken. Die meisten Wohnungen und Einfamilienhäuser haben zahlreiche Türschwellen und ein Treppenhaus, über das man zu den Zimmern im Obergeschoss gelangt.

Was aber, wenn Stufen und Schwellen plötzlich ein Hindernis darstellen, weil man durch eine Krankheit stark geschwächt ist, eine Behinderung hat oder im Alter die Mobilität allgemein nachlässt? Hier finden Sie eine Übersicht kleinerer und größerer Maßnahmen, die das Überwinden der Stufen im Innenbereich erleichtern.

Türschwellen:

Beginnen wir mit den kleinen, aber leider oft zu Stürzen führenden Türschwellen: Für Menschen mit Geheinschränkung besteht die Gefahr zu stolpern und für Menschen, die auf einen Rollator oder auf einen Rollstuhl angewiesen sind, stellen sie teils schwer überwindbare Hürden dar.
 
Zur Lösung des Problems gibt es eine gängige Möglichkeit: Sie lassen sich kleine Schwellenkeile von einem Schreiner maßanfertigen und montieren. Damit die Türe weiterhin geschlossen werden kann, muss gegebenenfalls das Türblatt gekürzt werden. Es gibt jedoch auch „Fertigtürenschwellenkeile“ aus Holz, aus Plastik, aus Gummi und Leichtblech.

Handlauf:

Ein größeres Problem stellen Treppen ins Obergeschoss oder in den Keller dar. Die kleinste, aber häufig schon sehr hilfreiche Maßnahme ist das Anbringen von doppelten Handläufen, so dass man sich beidseitig oder mit der „stärkeren Armseite“ sicherer beim Rauf- und Runtergehen festhalten kann. Es sollte auch darauf geachtet werden, dass die Treppenstufen nicht als Ablage- oder Staufläche dienen, um zusätzliche Stolperfallen zu vermeiden.

Treppenlift:

Wer die Treppen nicht mehr selbst bewältigt, kann mit einem Treppenlift die Stufen überwinden. Treppenlifte gibt es in verschiedenen Ausführungen und je nach Treppenart können sie an der Wand oder auf der Treppe montiert werden. Lassen Sie sich von einem Fachberater alles ausführlich erklären. Zunächst muss überlegt werden, ob ein Sitzlift oder ein Plattformlift die richtige Lösung ist.

Treppenplattformlifte sind für Rollstuhlfahrer gedacht, die körperlich nicht in der Lage sind, sich auf einen Treppensitzlift umzusetzen. Außerdem müssen auch die technischen und baurechtlichen Bestimmungen genau überprüft werden, um das richtige Modell zu finden. In einem Haus mit mehreren Parteien kann ein Treppenlift oft deshalb nicht eingebaut werden, weil die Treppe als Fluchtweg im Gefahrenfall eingeschränkt wäre. In jedem Fall ist die Absprache mit dem Vermieter oder der Eigentümergemeinschaft notwendig.

Treppenlift-Tipps:
Bei der Investition für einen Treppenlift sollte man die Entscheidung gut vorbereiten, damit eine optimale Lösung realisiert werden kann. Damit Sie bald mit Ihrem Treppenlift unbesorgt eine erhebliche Alltagserleichterung genießen können, sollten Sie außerdem folgende Punkte bedenken:

  • Wichtig ist, dass entsprechend der individuellen Mobilitätseinschränkung und der Gesundheitsprognose beraten wird und die verschiedenen Varianten – Sitzlift und Plattformlift – erklärt und angeboten werden.
  • Überstürzen Sie nichts und holen Sie sich mindestens zwei Angebote ein. Das günstigste Angebot ist oft nicht die beste Lösung.
  • Klären Sie, welche Kosten u. U. zum Angebotspreis hinzukommen: Elektriker für Stromzuleitung, Bauhandwerker, Maler etc.
  • Der Treppenlift muss so installiert werden, dass auch die Fußgänger die Treppe weiterhin sicher begehen können.
  • Es ist darauf zu achten, dass der Ein- und Ausstieg sicher ist.
  • Die spätere Wartung und die Behebung von Störungen sind wichtige Punkte, die hinsichtlich der Möglichkeiten und Kosten geprüft werden sollten.
  • Anträge bei Kostenträgern müssen vor Auftragserteilung gestellt werden. Unbedingt Finanzierungszusagen vor Auftragsvergabe abwarten!

© Bild und Text: Beratungsstelle Wohnen, Verein Stadtteilarbeit, München

Der Artikel ist auch in der 60-seitigen Broschüre „Daheim wohnen bleiben“ enthalten. Die Broschüre kann bei Einzelbestellung gegen eine Gebühr von 4,50 € bestellt werden. Bei größeren Mengen gibt es Staffelpreise.
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Der Verein Stadtteilarbeit ist gemeinnützig und berät im Auftrag des Landkreises München in Fragen der altersgerechten Wohnungsanpassung. Die Erstberatung ist für Bürgerinnen und Bürger der Landkreisgemeinden kostenfrei.

Die nächsten Sprechstunden im Rathaus Unterschleißheim, Raum Nr. 215 im 2. Stock - (jeweils 14 bis 16 Uhr): 05.03.2018