Kampagne "Fair Fahren"

Der Radverkehr in Unterschleißheim verzeichnet – wie im Großteil der Städte in Deutschland – eine stetige Zunahme. Die Stadt Unterschleißheim begrüßt die wachsende Bedeutung des Radverkehrs, beobachtet jedoch auch, dass mit der steigenden Anzahl an Radfahrenden das Potenzial für Nutzungskonflikte und Sicherheitsrisiken unter den Verkehrsteilnehmern zunimmt. Um das Konfliktpotenzial möglichst gering zu halten, hat die Stadt Unterschleißheim die Kampagne „Fair Fahren“ ins Leben gerufen.

Ziele der Kampagne

Ziel der Kampagne „Fair Fahren“ ist es, die Verkehrsteilnehmer – mit Fokus auf den Radverkehr – zu einem respektvollen und rücksichtsvollen Miteinander aufzufordern, indem auf konkrete Situationen hingewiesen wird, die typischerweise zu Nutzungskonflikten und Sicherheitsrisiken im Straßenverkehr führen können. Denn selten resultieren diese rein aus den baulichen und verkehrsrechtlichen Gegebenheiten, sondern auch aus dem Verhalten der einzelnen Verkehrsteilnehmer. Die Gründe hierfür sind vielfältig und umfassen beispielsweise fehlende oder falsche Informationen zu den geltenden Vorschriften ebenso wie intuitive Verhaltensmuster und bewusste Verhaltensweisen.

Die Kampagne richtet den Fokus auf Radfahrende – möchte aber letztendlich alle Verkehrsteilnehmer ansprechen. Denn viele von uns sind nicht „nur“ Autofahrer oder „nur“ Fußgänger oder „nur“ Radfahrer, sondern verwenden verschiedene Fortbewegungsmöglichkeiten, um von A nach B zu kommen.

Und daher gilt für uns alle zunächst einmal, dass „ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht“ als Grundregel Nummer 1 der Straßenverkehrs-Ordnung die Maxime eines funktionierenden Miteinanders im Straßenverkehr sind.

Bausteine der Kampagne

Die Kampagne greift in verschiedenen Bausteinen nacheinander typische Situationen im Straßenverkehr auf, die Potenzial für Nutzungskonflikte und Sicherheitsrisiken bergen.
Los geht es im Herbst 2020 mit dem Baustein 1 "Geisterradeln". Im Frühjahr 2021 folgen dann weitere Bausteine.

Baustein 1: Geisterradeln - Fair Fahren oder Verfahren?

Radfahren entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung – umgangssprachlich „Geisterradeln“ genannt – ist keine Seltenheit. Generell neigen Radfahrende dazu, sich ähnlich intuitiv zu verhalten wie Fußgänger und nach einer Studie der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt 2015) fahren bis zu 20 % der Radfahrenden auf Radwegen entgegen der vorgesehenen Fahrtrichtung.

„Geisterradeln“ ist jedoch nicht nur eine Geringschätzung beziehungsweise streng genommen eine Missachtung der Straßenverkehrs-Ordnung, sondern birgt auch ein hohes Gefahrenpotenzial: Unfallstatistiken zeigen, dass rund 10 % der Unfälle mit Beteiligung von Radfahrenden durch Geisterradeln provoziert werden und dieses Verhalten damit zu den Hauptunfallursachen im Radverkehr zählt.

Auch in der Stadt Unterschleißheim werden Radfahrer immer wieder zu „Geisterradlern“ – sei es bewusst oder unbewusst. Die Stadt Unterschleißheim hat solche „Geisterradel-Brennpunkte“ identifiziert und möchte hier mit Plakaten sozusagen mit einem Augenzwinkern auf das Thema aufmerksam machen und die „Geisterradler“ zum Nachdenken und idealerweise zum „Umdenken und Umkehren“ anregen.

Die Plakate werden für einen begrenzten Zeitraum an ausgewählten Standorten angebracht. Wenn Ihnen weitere Standorte bekannt sind, an welchen aus Ihrer Sicht die Anbringung der Plakate sinnvoll ist, freuen wir uns über Ihre Hinweise!