GTU - Geothermie Unterschleißheim AG

GTU - Geothermie Unterschleißheim AG

Geothermieprojekt der Stadt erhält Energiepreis des Landkreises München

Einen Riesenerfolg erntete jetzt die Stadt Unterschleißheim mit ihrem bereits im Jahr 1999 initiierten und seit 2003 erfolgreich in Betrieb gegangenen Geothermieprojekt zur Nutzung heißen Thermalwassers für eine innovative Fernwärmeversorgung in weiten Bereichen des Stadtgebietes.
Der Landkreis München hatte im Zuge seiner beschlossenen Energievision, wonach bis zum Jahr 2050 der Energieverbrauch in seinem Gebiet um 60 % gesenkt und der verbleibende Teil ausschließlich aus erneuerbaren Energieformen gewonnen werden soll, erstmals im vergangenen Jahr einen Energiepreis ausgelobt, der jährlich in den drei Kategorien Privathaushalte, Gewerbe/Kommunen und Wissenschaft/Forschung vergeben wird und damit vorbildliches Engagement im Bereich zukunftsweisender Energie und Klimaschutz würdigt.
Die für das Unterschleißheimer Geothermieprojekt gegründete Eigengesellschaft GTU Geothermie Unterschleißheim AG, deren alleinige Gesellschafterin die Stadt ist, hatte sich hierfür beworben und wurde nun mit dem 1. Preis für Gewerbe ausgezeichnet.

Pionierleistung und Leuchtturmprojekt im Landkreis
Groß war deshalb die Freude, als bei der kürzlichen Preisverleihung in Ismaning Erster Bürgermeister Rolf Zeitler, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der GTU AG ist, und Vorstand Thomas Stockerl neben dem technischen Projektleiter Dr. Franz Josef Struffert die Urkunde mit dem 10.000 Euro dotierten Preis in Empfang nehmen konnten. Landrat Heiner Janik würdigte in seiner Laudatio das Unterschleißheimer Geothermie-Unternehmen als Musterbeispiel und Leuchtturmprojekt zukunftsweisender Energieversorgung auf regenerativer Basis und herausragenden Beitrag für Umwelt- und Klimaschutz. Mit dem ersten derartigen Projekt in der Region München hatte die Stadt regelrechte Pioniergeschichte geschrieben und damit zahlreiche Nachahmervorhaben im Landkreis hervorgerufen. Er lobte vor allem den Mut, die Tatkraft und Ausdauer von Bürgermeister Rolf Zeitler, sich in ein solch neuartiges und nicht risikoloses Projekt zu begeben und auf dessen Idee dieses zurückgeht.

Stolze Daten und preisgünstige Wärme bei der GTU AG
Das im vorläufigen Endausbau mit rd. 33,5 Megawatt geplante und rd. 24 Mio. Euro teure Projekt versorgt derzeit mit einem Anschlusswert von 27 Megawatt ca. 2.800 Wohnungen in 144 Gebäuden vom Reihen- und Einfamilienhaus bis hin zu großen Geschossbauten, 6 Gewerbe- und Büroimmobilien, das Evangel. Kirchenzentrum sowie das Sehbehindertenzentrum und 10 kommunale Gebäude der Stadt mit dem Rat- und Bürgerhaus, dem Jugendzentrum Gleis1, 5 Schulen und mehreren Kindergärten.
Rd. 14,5 Kilometer Fernwärmenetz-Leitungen sowie 10 Kilometer Hausanschlussleitungen im Vor- und Rücklauf von und zur Energiezentrale am Hallenbad wurden verlegt und im Jahr 2007 ca. 47.000 Megawattstunden Wärmemenge abgesetzt.

Die Wärmeerzeugung erfolgt annähernd zu 70% völlig schadstoffrei mit 80° Grad heißem Thermalwasser aus rd. 2.000 Meter im Erdinneren, wodurch beim derzeitigen Ausbaustand bereits jährlich 8.600 Tonnen des klimaschädlichen Treibhausgases Kohlendioxid eingespart werden können. Eine stolze Ökobilanz im Sinne aktiven Umweltschutzes durch die Stadt Unterschleißheim.
Hinzu kommt für die Geothermie-Kunden ein Preisvorteil gegenüber den Wärmekosten herkömmlicher Gasbeheizung von ca. 20 % und darüberhinaus, auch insofern profitieren die Bürger und Gewerbetreibenden der Stadt in beachtlichem Maße auch in finanzieller Hinsicht.

Weiterer Ausbau geplant
Geplant ist mittelfristig durch eine eventuelle zusätzliche Thermalwasserbohrung ein weiterer Versorgungsausbau der Geothermie, damit noch weitere CO2-Einsparungen für den Umweltschutz erreicht werden und noch mehr Bürger in den Genuss dieser günstigeren Wärmeversorgung kommen. Die GTU AG ist schon aktiv mit derartigen Überlegungen und Machbarkeitsstudien beschäftigt wie ebenso mit den Vorbereitungen und technischen Planungen für die Aufbereitung und den Verkauf von Heilwasser für Badezwecke der am Hollerner See geplanten Thermenanlage.