Wohnberatung wieder am 03.04.2017 - Wohnzimmer - Gemütlich und sicher soll es sein

Donnerstag, 30. März 2017

Das Wohnzimmer ist meistens das behagliche Herzstück jeder Wohnung und die Farbgestaltung sowie Möblierung Ausdruck der persönlichen Vorlieben. Aber auch hier sollten, insbesondere für Menschen im Alter und mit Behinderung, folgende Elemente beachtet werden.
Platz schaffen - Das Ansammeln von liebgewonnenen Stücken macht aus Wohnungen manchmal Hindernisparcours. Ausreichender Bewegungsraum ist aber wichtig, um sich - auch mit Gehhilfen - sicher bewegen zu können. Durch Umstellen oder Reduzieren von Möbeln kann hier viel erreicht und der Raum entsprechend den Bedürfnissen gestaltet werden.
(1) Sitzmöbel - Vor allem der viel genutzte Lieblingsplatz sollte in Höhe und Form individuell abgestimmt sein. Niedrige, weiche Sitzmöbel erschweren Hinsetzen/Aufstehen und belasten die Wirbelsäule. Provisorische Erhöhungen der Sitzfläche durch Kissen und Decken verrutschen leicht und unterstützen wenig. Möbelerhöhungen vom Schreiner oder Fachhandel bieten einfache Abhilfe. Ein Sessel mit Aufstehhilfe schafft zusätzliche Erleichterung. Steht der Lieblingssessel am Fenster, erlaubt er Ausblick und Abwechslung.
(2) Fenstergriff - Fenstergriffe liegen häufig so hoch, dass das Öffnen und Schließen für Personen mit eingeschränkter Beweglichkeit schwierig oder nicht möglich ist. Ein tiefer gesetzter Fenstergriff oder eine Fenstergriffverlängerung ermöglichen leichte Bedienbarkeit und Selbstständigkeit - und dadurch auch das Lüften der Wohnung.
(3) Rollladen - Die Bedienung des Rollladens ist häufig sehr kraftaufwändig und schwer zu handhaben. Hier verschafft ein nachträglich eingebauter Rollladenmotor Abhilfe, ggf. mit Fernbedienung.
(4) Stolperfallen - Auch im Wohnzimmer sollten Stolperfallen vermieden werden. Das können Teppichkanten, lose Läufer, Bodenvasen oder freiliegende Kabel sein. Teppiche können mit entsprechenden rutschhemmenden Unterlagen oder Belägen gesichert werden. Anstelle von Verlängerungskabeln kann sich die Investition in neue und gut erreichbare Steckdosen lohnen, die vom Elektriker fachgerecht verlegt werden.
(5) Bodenbelag - Als Bodenbelag eignen sich vor allem Materialien wie Kork, Parkett, Holzdielen, Linoleum und Kunststoffböden. Sie sind leicht zu reinigen und gut befahrbar. Der Boden sollte außerdem rutschhemmend sein. Geeignetes Schuhwerk dient auch der Sturzprophylaxe.
(6) Beleuchtung - Lesen, Handarbeiten und andere Hobbys fordern die Augen, die mit zunehmendem Alter an Sehschärfe verlieren und lichtempfindlicher werden. Gute Beleuchtung ist entscheidend. Es sollte mehrere Lichtquellen geben, die in ihrer Stärke regulierbar sind und zielgerichtete Beleuchtung, z. B. beim Lesen, erlauben. Die Lichtschalter sollten vom Sitzplatz aus bequem erreichbar sein.

© Bild und Text: Beratungsstelle Wohnen, Verein Stadtteilarbeit, München
Der Artikel ist auch in der 60-seitigen Broschüre „Daheim wohnen bleiben“ enthalten. Die Broschüre kann bei Einzelbestellung gegen eine Gebühr von 4,50 € bestellt werden. Bei größeren Mengen gibt es Staffelpreise.
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Der Verein Stadtteilarbeit ist gemeinnützig und berät im Auftrag des Landkreises München in Fragen der altersgerechten Wohnungsanpassung. Die Erstberatung ist für Bürgerinnen und Bürger der Landkreisgemeinden kostenfrei.

Die nächsten Sprechstunden im Rathaus Unterschleißheim, Untergeschoss, Zimmer 006 (jeweils 14 bis 16 Uhr): 03.04.2017