Volles Haus bei Bürger-Informationsveranstaltung zum Bau der Bahnunterführung

Dienstag, 11. Februar 2014
Ein Meilenstein-Projekt mit jahrzehntelanger Historie beginnt

Ein Meilenstein-Projekt mit jahrzehntelanger Historie beginnt

 

Großer Andrang bei der Infoveranstaltung zur Bahnunterführung

Der große Sitzungssaal des Unterschleißheimer Bürgerhauses war zu klein für den enormen Ansturm der Unterschleißheimer Bürger. Riesig groß war das Interesse an der Informationsveranstaltung am 5. Februar zum anstehenden Bau der Bahnunterführung an der Bezirksstraße. Daher wurde umgehend gleich eine weitere Infoveranstaltung am 11. Februar anberaumt. Bürgermeister Christoph Böck und die Planer stellten das Projekt vor und beantworteten dabei viele Fragen zum Bauablauf, den Einschränkungen und Auswirkungen für Anlieger und zur künftigen Interims-Verkehrsführung.

Die Bahnschranke in der Mitte Unterschleißheims sorgt täglich für Wartezeiten und Stau. Derzeit beträgt die Schließzeit pro Stunde durchschnittlich 27 Minuten. Und mit der geplanten Umstellung von einem händischen Schrankenbetrieb auf eine Automatisierung der Bahnschranke wären die Schließzeiten noch einmal angestiegen. Damit ist es nun ein für allemal Schluss, wenn die Bahnunterführung im Herbst  2015 für den Verkehr freigegeben wird, wie es der aktuelle Bauplan vorsieht. Rd. 11 Millionen Euro wird das Bauwerk kosten, die sich Stadt, Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Bahn AG aufteilen

Die Maßnahme soll nun nach jahrzehntelangen Diskussionen ab Mitte Februar 2014 bis September 2015 durchgeführt werden. Die Details dazu stellte Projektleiter Jürgen Schmidt von SSF Ingenieure AG vor. Bis zur Winterpause sollen alle Ingenieurbauwerke fertig gestellt werden, allen voran die Grundwasserwanne der Unterführung. 2015 würden dann weitgehend nur noch Straßenbaumaßnahmen das ganze Projekt abrunden.
Die beiden Informationsveranstaltungen der Stadt zeigten den Bürgern nicht nur den Zeitplan auf, sondern auch die sensiblen Punkte der umfangreichen Maßnahme. So muss für die Installation der Bahnbrücke an drei Wochenenden im Mai dieses Jahres wegen des S-Bahnbetriebes auch nachts gearbeitet werden. Bürgermeister Christoph Böck bat die Anlieger jetzt schon einmal um Verständnis.
Die Bürger nutzten die Veranstaltung, um den Experten viele Fragen zu stellen. So war ein Thema, warum die Straße eine Steigung von acht Prozent habe. „Ein flacherer Eingang hätte eine größere Grundwasserwanne benötigt. Technisch und wirtschaftlich war das nicht möglich“, sagte Jürgen Schmidt.

An Bürgermeister Christoph Böck stellten die Unterschleißheimer etliche Fragen zur künftigen Verkehrsführung. Mehrfach wurde die Option angesprochen, an den beiden Auffahrten die verschiedenen Straßen mit einem Kreisverkehr an die Unterführung anzubinden. Der Bürgermeister entgegnete, dass dies aus Platzgründen und verkehrsrechtlich nicht möglich sei. Die Kreisverkehre hätten dann schon ein Gefälle, was die Verkehrsordnung zwingend nicht zulässt. Hinterfragt wurde auch eine Lösung mit Ampeln. Hierzu sagte Böck, dass die Stadt den Verkehr erst einmal frei fließend ohne Ampelregelungen testen möchte, was ein verkehrsgutachten auch als problemlos bestätigt hatte. Ampeln könnten bei Bedarf später noch nachgerüstet werden.

Der Bürgermeister erklärte auch die Höhenbeschränkung der Unterführung: „Die schweren Lastwagen haben andere Möglichkeiten, ihre Ziele in Unterschleißheim zu erreichen.“ Diesen Schwerlastverkehr brauche die Bezirksstraße im Interesse der Anlieger und Anwohner nicht. Mit der künftigen Verkehrsführung über die dann angebundene Dieselstraße in das Gewerbegebiet verbindet Christoph Böck auch die Hoffnung, einen sehr großen Teil des bisherigen Verkehrsflusses aus der Keplerstraße und dem Pfarranger herauszubekommen. „Wir rechnen damit, dass dann rd. 80 Prozent des Verkehrs in das Gewerbegebiet über die Dieselstraße laufen“, so der Bürgermeister.

Die Informationsveranstaltungen anlässlich des Baustarts stellen weitere Elemente der aktiven Bürgerbeteiligung dar. Die Stadt Unterschleißheim wird in den lokalen Medien und auf der eigenen Internetseite regelmäßig von der Baumaßnahme berichten. Des Weiteren soll es Ende diesen oder Anfang nächsten Jahres abermals einen Infoabend zum Stand der Maßnahme geben.