Verein Stadtteilarbeit e.V. - Beratungsstelle Wohnen - Badezimmer: Wenn der Genuss eines Bades / einer Dusche zur Herausforderung wird

Freitag, 08. Januar 2016

Beispiel: Bad vor und nach dem Umbau (© Bild und Text: Beratungsstelle Wohnen, Verein Stadtteilarbeit, München)

Wenn das Bad oder einzelne Sanitärobjekte nur mit Schwierigkeiten oder gar nicht mehr genutzt werden können oder wenn die Gefahr von Unfällen und Stürzen besteht, dann sollten Veränderungen vorgenommen werden.

Oft reicht der Einsatz von sog. Hilfsmitteln aus, um ein Problem zu lösen. Bade- und Toilettenhilfen sowie Haltegriffe können zu Erleichterung beim Hinsetzen und Aufstehen, zur Unterstützung bei der selbständigen Körperpflege und zur Vermeidung von Stürzen eingesetzt werden.

Mit Hilfe eines ärztlichen Rezeptes kann zum Beispiel die Anschaffung eines Badewannenlifters Ihnen helfen, Ihr Bad wieder zu genießen. Der Lifter mit Drehscheibe zum leichteren Hinsetzen hilft Ihnen beim Einstieg, senkt sich sanft in Richtung des Wannenbodens und fährt Sie nach dem Bad sicher wieder auf die Höhe des Wannenrandes.

Wenn man nicht baden möchte, kann ein Wannendrehsitz oder ein Badebrett Ihnen die Nutzung der Duscharmatur erleichtern. Außerdem müssen Sie nicht so viel Zeit stehend verbringen.

Voraussetzung für diese Hilfsmittel ist allerdings, dass Sie Ihre Beine noch über den Wannenrand heben können oder Ihnen jemand dabei behilflich ist (z.B. Angehörige oder ein Pflegedienst).
Auch ein Waschtisch mit Sitzmöglichkeit, entsprechender Beinfreiheit und einsehbarem großen Spiegel erleichtert die tägliche Versorgung. Genug Abstellmöglichkeiten am Waschtisch sorgen zudem dafür, dass alle Utensilien in Ihrer Reichweite sind.

Nun wohnen Sie vielleicht bereits seit vielen Jahren in Ihrer Wohnung. Ihr Badezimmer ist dem Stil der damaligen Bau- und Einrichtungsweise angemessen gestaltet, passt aber trotz Einsatz von Hilfsmitteln nicht mehr zu Ihren derzeitigen Bedürfnissen.

Beispiele:
• Für die Nutzung mit einem Rollator oder Rollstuhl ist die Tür zu schmal und das Bad zu beengt.
• Der Einstieg in die Badewanne ist zu beschwerlich.
• Der hohe Einstieg Ihrer Dusche behindert Sie.
• Sie können nicht mehr lange stehen, was die Nutzung des Waschbeckens erschwert.

Was kann man tun:

Optimal für Komfort, Sicherheit und Raumnutzung sind bodengleiche Duschen mit Duschvorhang statt fester Trennwände. Die Bewegungsfläche des Bades ist so durch den "freien", schwellenlosen Boden optimal nutzbar und auch optisch erscheint der Raum größer. Dies ermöglicht nicht nur Familien mit Kindern ein Duschvergnügen, sondern auch Menschen mit Bewegungseinschränkung eine bequeme und sichere Nutzung und die eigenständige Pflege. Wird Unterstützung beim Duschen nötig, hat auch ein Helfer genügend Platz. Bei entsprechend belastbaren Wänden können Duschklappsitz und Haltegriffe auch später problemlos nachgerüstet werden. Die Ausrutschgefahr wird durch kleinformatige Bodenfliesen mit Rutschgrad R10/B eingedämmt.

Abschließend sei gesagt, dass für eine bauliche Veränderung des Bades (zum Beispiel in einen ebenerdigen Duschbereich) unter bestimmten Voraussetzungen Zuschüsse beantragt werden können. Wenn Sie hierüber mehr Informationen wünschen, kommen Sie doch einfach zur Rathaus-Sprechstunde oder rufen Sie die Beratungsstelle Wohnen an.

Kontaktadresse:
Stadtteilarbeit e.V. * Beratungsstelle Wohnen
Aachener Str. 9 * 80804 München
Martina Märkl
Tel. 089 / 357043-21
m.maerkl @verein-stadtteilarbeit.de
www.beratungsstelle-wohnen.de

Der Verein Stadtteilarbeit ist gemeinnützig und berät im Auftrag des Landkreises München in Fragen der altersgerechten Wohnungsanpassung. Die Erstberatung ist für Bürgerinnen und Bürger der Landkreisgemeinden kostenfrei.

Die nächsten Sprechstunden im Rathaus Unterschleißheim, 1. OG. Zimmer 102 (jeweils 14 bis 16 Uhr): 2016: 14.01. / 04.02. / 03.03. / 07.04. / 12.05. / 02.06. / 07.07.