Schlafzimmer - Wie man sich bettet, so liegt man …

Donnerstag, 04. Mai 2017

Das Schlafzimmer spiegelt als intimer Raum den Stilgeschmack und die Individualität der Bewohner wider. Es soll seinen Bewohnern dabei helfen, einen erholsamen und ruhigen Schlaf zu finden. Dabei sollten für Menschen im Alter und mit Behinderung insbesondere folgende Elemente beachtet werden.

(1)    Bewegungsfläche/Erreichbarkeit

Ein gut zugängliches Bett ist in jedem Fall eine Erleichterung, nicht erst wenn Hilfspersonen unterstützen. Ebenso sollte der Schrank gut erreichbar sein mit ausreichender Bewegungsfläche davor, auch bei geöffneten Türen. Das Umsortieren des Schrankinhalts kann oft schon viel helfen: häufig Genutztes gehört an gut erreichbare Stellen. Eine hilfreiche Lösung sind z. B. absenkbare Garderobenstangen.  

(2)    Bett 

Die Höhe des Bettes ist wichtig für eine bequeme und sichere Nutzung. Sie kann mit Möbelerhöhungen nachträglich angepasst werden. Ein elektronisch verstellbarer Lattenrost sorgt auch bei längerer Bettlägerigkeit für angenehme Liegepositionen und erleichtert das Aufstehen. Bei Pflegebedürftigkeit gibt es Einlegerahmen, die die Funktionen eines Pflegebettes erfüllen. Bei der Neuanschaffung eines Bettes lohnt sich eine gründliche Beratung.          

(3)    Ablagefläche, Aufrechthilfen, Haltegriffe

Vom Bett aus sollte möglichst Vieles bequem und ohne fremde Hilfe erreichbar sein: Lichtschalter, Telefon / Notruf, Medikamentenschachtel, Trinkwasser, Lektüre etc. Dafür ist eine großzügige Ablagefläche hilfreich.

(4)    Als Haltemöglichkeit und Aufstehhilfe

können über oder neben dem Bett Haltegriffe angebracht werden. Je nach individueller Armkraft und Bewegungsmöglichkeit gibt es unterschiedliche Modelle. Ein Handlauf entlang der Wand vom Bett zur Tür kann vor allem in der Nacht zusätzlich Orientierung und Sicherheit geben.

(5)    Beleuchtung

Ein Lichtschalter sollte auch im Dunkeln vom Bett aus gut erreichbar sein. Ein Nachtlicht oder Licht mit Bewegungsmelder können Alternativen bzw. Ergänzungen darstellen. Für entspanntes Lesen sollte die Beleuchtung ausreichend hell und blendfrei sein. Sie sollte gezielt auf die Lesequelle ausgerichtet werden können.

(6)    Betthöhe

Damit Sie aus dem Bett gut aufstehen können, sollte das Bett so hoch sein, dass der Winkel zwischen Ober- und Unterschenkel im Sitzen mindestens 90 Grad beträgt.

(7)    Bewegungsraum

Ein Bett, das von drei Seiten zugänglich ist, erleichtert Hilfestellungen und pflegerische Unterstützung.

(8)    Bodenbelag

Bei Pflegebedarf wählen Sie aus hygienischen Gründen leicht zu reinigende Beläge, wie PVC oder Linoleum. Diese Bodenbeläge gibt es mittlerweile in ansprechenden Farben und Designs, z. B. verschiedenen Holzoptiken.


© Text: Beratungsstelle Wohnen, Verein Stadtteilarbeit, München
Der Artikel ist auch in der 60-seitigen Broschüre „Daheim wohnen bleiben“ enthalten. Die Broschüre kann bei Einzelbestellung gegen eine Gebühr von 4,50 € bestellt werden. Bei größeren Mengen gibt es Staffelpreise.

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Der Verein Stadtteilarbeit ist gemeinnützig und berät im Auftrag des Landkreises München in Fragen der altersgerechten Wohnungsanpassung. Die Erstberatung ist für Bürgerinnen und Bürger der Landkreisgemeinden kostenfrei.

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