Nach dem Aus für den Transrapid

Freitag, 20. Juni 2008
6-streifiger Ausbau der Autobahn A92 verzögert sich

6-streifiger Ausbau der Autobahn A92 verzögert sich

Seit geraumer Zeit plant die Autobahndirektion den 6-streifigen Ausbau der Autobahn A92 vom Autobahndreieck Feldmoching bis zum Autobahnkreuz Neufahrn, um das spätestens seit Fertigstellung des westlichen Autobahnringes A99 und damit durchgehenden Verbindung bis zur A96 nach Lindau erhöhte Verkehrsaufkommen auf diesem Streckenabschnitt besser bewältigen zu können. Der Ausbau ist insbesondere aber auch gerade im Hinblick auf die weitere Zunahme des Verkehrs mit Inbetriebnahme der sich derzeit im Planfeststellungsverfahren befindlichen dritten Start- und Landebahn am Flughafen München zwingend erforderlich.
Da die 6-streifige Ausbauplanung die enge Bündelung der ursprünglichen Transrapid-Trasse neben der Autobahn beinhaltet, hatte auf Nachfrage der Stadt Unterschleißheim die Autobahndirektion kürzlich mitgeteilt, dass aufgrund der endgültigen Entscheidung gegen den Transrapid zahlreiche Änderungen in der Ausbauplanung unabdingbar sind. Davon betroffen sind in erster Linie Änderungen bei den vorhandenen Anschlussstellen Oberschleißheim und Unterschleißheim sowie entsprechende Lärmschutzmaßnahmen auf dem gesamten Planungsabschnitt. Dies hat zu Folge, dass sich die Einleitung des notwendigen Planfeststellungsverfahrens für den Autobahnausbau um mindestens ein Jahr verzögern wird, sodass erst später mit den Ausbauarbeiten begonnen werden kann.
Die Stadt Unterschleißheim hat erneut betont, dass sie nichts unversucht lassen wird, um im Zuge des 6-streifigen  Autobahnausbaus in erster Linie die Lärmsituation für die betroffenen Anlieger im westlichen Bereich des Stadtgebietes sowie auf Höhe Riedmoos durch entsprechende Lärmschutzforderungen deutlich zu verbessern.
Darüber hinaus setzt sich die Stadt in Abstimmung mit der Gemeinde Oberschleißheim vehement dafür ein, dass zur verkehrlichen Erschließung im Münchner Norden die seit vielen Jahren positiv raumgeordnete neue Anschlussstelle bei Mittenheim und ein weiterer Anschluss im Bereich des Autobahndreiecks Feldmoching an die Staatsstraße 2342 realisiert wird. Damit könnten Unter- sowie Oberschleißheim vom unnötigen Auto- und Schwerlastverkehr von der Autobahn A92 kommend mit Fahrtziel in das Münchner Stadtgebiet wesentlich entlastet werden. Dies ist bisher deshalb nicht möglich, weil für diese Verkehrsteilnehmer auf der Autobahn A92 keine Abfahrtmöglichkeit und Weiterfahrt nach München besteht. Die Autobahndirektion hat auch hierzu der Stadt mitgeteilt, dass zwar für die Anschlussstelle Riedmoos keine Realisierungschance besteht, allerdings für die neue Anschlussstelle südlich von Oberschleißheim derzeit Planungen und Abstimmungen zur Verbesserung der Fernverkehrsanbindung für den Münchner Norden durchgeführt werden. Die Stadt Unterschleißheim wird sich weiterhin neben einem ausreichenden Lärmschutz für ihre Bürger beim Trassenausbau auch für diese Lösung einsetzen und den Planungsprozess intensiv begleiten.