Michael-Ende-Schule

Montag, 14. März 2011
Vision des ersten Energie-Plus-Schulhauses Bayerns in Unterschleißheim angedacht

Vision des ersten Energie-Plus-Schulhauses Bayerns in Unterschleißheim angedacht

Die Michael-Ende-Schule könnte durch eine Sanierung, die vor allem auf die effizientere Nutzung von Energie ausgerichtet ist, ein Energie-Plus-Haus werden. Damit wäre sie die erste Schule in Bayern, die diesen Status erreicht.

In einer umfassenden Gebäudeanalyse hat das Fraunhofer Institut für Bauphysik (kurz: IBP) das 1972 erbaute Gebäude untersucht. Sowohl für die Schule als auch die Sporthalle sind vom IBP die einzelnen Bauteile akribisch gesichtet und bewertet worden. Unter den gegebenen Voraussetzungen verbraucht das Schulgebäude der Michael-Ende-Schule einen Endenergiebedarf von 165,6 kWh pro Quadratmeter und Jahr. Für die Sporthalle wurde ein Endenergiebedarf von 291,1 kWh (ebenfalls pro Quadratmeter und Jahr) ermittelt. Nach der vom IBP vorgeschlagenen energetischen Sanierung würden sich diese Werte auf weniger als die Hälfte, nämlich auf 81,3 kWh/ Quadratmeter und Jahr für das Schulgebäude und 119,7 kWh für die Sporthalle, reduzieren. Dazu müsste laut dem Gutachten des IBP die Fassade, der Boden und das Dach gedämmt werden. Zusätzlich schlägt die Expertise vor, die bestehenden Fenster gegen eine 3-fach-Wärmeschutzverglasung auszutauschen und das Sonnenschutzsystem zu optimieren. Mit diesen Maßnahmen hätte die Schule den Status einer 3-Liter-Haus-Schule erreicht. Das heißt, dass der Energieverbrauch in etwa rein rechnerisch 3 Litern Öl pro Quadratmeter entsprechen würde, im Vergleich zu einem Verbrauch von 8 bis 10 Liter bei herkömmlichen Bauten. Die Schule ist allerdings bereits seit 2003 an die umweltfreundliche Geothermie angeschlossen.
Aber das Gebäude könnte noch weitere Energie einsparen, wenn eine Photovoltaikanlage installiert werden würde. Deren Module könnten bei der Michael-Ende-Schule so viel Strom produzieren, dass damit nicht nur der Energiebedarf der Schule gedeckt wäre, sondern auch noch zusätzlich 10 MWh Überschuss entstehen würden. Damit würde das Schulgebäude den Status eines Energie-Plus-Hauses erreichen, was im Freistaat Bayern bei Schulgebäuden bisher einmalig wäre.
Die geschätzten Sanierungskosten von rund 2,4 Millionen Euro würden sich nach der üblichen Lebensdauer eines Gebäudes von 40 Jahren amortisieren ? auch bei einer eingerechneten Energiepreiserhöhung von jährlich 7,5 %. Weil aber die Sanierung des fast 40 Jahre alten Gebäudes auch in anderer Hinsicht noch weitere Kosten (zum Beispiel für den Brandschutz) verursachen wird, wird eine Entscheidung erst nach Vorlage der Gesamtkosten fallen.