Landratsamt informiert:

Dienstag, 14. Juni 2011
Landkreis München intensiviert Waffenkontrollen

Landkreis München intensiviert Waffenkontrollen

Das Landratsamt München hat eine neue Stelle im Waffenrecht geschaffen. Aufgabe des neuen Mitarbeiters ist es, Kontrollen der sicheren Aufbewahrung von Schusswaffen und Munition zu organisieren und durchzuführen. Darüber hinaus soll ein Präventionskonzept zum sicheren Umgang mit Waffen erarbeitet werden, das auf eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit abzielt.

Schwerpunktaktion deckt Defizite auf
Die als Folge des Amoklaufs von Winnenden verschärften Aufbewahrungsvorschriften des Waffengesetzes gaben dem Landratsamt München Anlass, über die schon in der Vergangenheit immer wieder durchgeführten Kontrollen einzelner Waffenbesitzer hinaus im Juli 2010 eine groß angelegte Schwerpunktaktion durchzuführen. Diese zeigte deutlich, dass gerade bei Altbesitzern und Erben erhebliche Defizite bei der Aufbewahrung der Waffen bestehen. Um einen wirksamen Kontrolldruck aufzubauen, bedarf es regelmäßiger und gut vorbereiteter Überprüfungen. Hier zogen die begrenzten Personalressourcen bislang enge Grenzen. Die personelle Verstärkung um die neue Stelle soll dabei Abhilfe schaffen. Organisation und Durchführung der Waffenkontrollen liegen nun in den Händen eines eigens damit beauftragten Mitarbeiters. Das Landratsamt München ist nunmehr in der Lage, die Anzahl der Kontrollen erheblich zu verstärken und diese in engeren zeitlichen Abständen durchzuführen.
Unangemeldeter Besuch
Alle Waffenbesitzer werden schriftlich aufgefordert, dem Landratsamt mit Fotos, Kaufverträgen oder Rechnungen für Waffenschränke die ordnungsgemäße Aufbewahrung ihrer Waffen nachzuweisen. Waffenbesitzer, die auf die schriftliche Aufforderung, entsprechende Nachweise vorzulegen, nicht reagieren, müssen damit rechnen, dass Mitarbeiter des Landratsamtes unangemeldet vor der Türe stehen und die Aufbewahrung kontrollieren. In den Monaten April und Mai fanden bereits mehrere entsprechende Kontrollen statt. Bei annähernd 90% der kontrollierten Personen fehlte es an einer ordnungsgemäßen Aufbewahrung.

Kern des geplanten Präventionskonzepts soll die Öffentlichkeitsarbeit werden. Geplant sind Gespräche und Vorträge bei Schützenvereinen und Jägervereinigungen im Landkreis München. Durch Schulbesuche sollen Kinder und Jugendliche für das Thema Waffen und gefährliche Gegenstände und die Gefahren, die von ihnen ausgehen, sensibilisiert werden.

Nähere Informationen zur Aufbewahrung von Waffen befinden sich auf den Internetseiten
des Landratsamtes München (www.landkreis-muenchen.de) und des Bayerischen Sportschützenbundes (www.bssb.de).