Klimapartnerschaft der Stadt Unterschleißheim mit dem Ho Municipal District in Ghana

Mittwoch, 11. Juni 2014
Engagement für eine bessere Welt

Engagement für eine bessere Welt

Im Gespräch: Ho-Bürgermeisterin Fafa Afua Adinyara und Unterschleißheims 1. Bürgermeister Christoph Böck unterhielten sich im Rahmen der Infoveranstaltung über die angehende Klimapartnerschaft

Städtepartnerschaften pflegt Unterschleißheim schon seit mehr als 40 Jahren und diese sind aus dem Alltag auch gar nicht mehr wegzudenken. Die Klimapartnerschaft mit dem Ho Municipal District in Ghana ist dagegen etwas Neues. Kürzlich war eine hochrangige Delegation aus Ghana in Unterschleißheim zu Gast und erörterte die Möglichkeiten einer fruchtbaren Kooperation.

In Deutschland entstehen derzeit 50 Klimapartnerschaften, vornehmlich mit südamerikanischen und afrikanischen Ländern, die in der Zusammenarbeit voneinander profitieren und lernen können. Unterschleißheim entschied sich im vergangenen Jahr für die Zusammenarbeit mit dem Ho Municipal District, der im Südosten von Ghana liegt und setzt damit einen weiteren wichtigen Baustein in ihrem integrierten kommunalen Energie- und Klimaschutzkonzept

Bei einem Informationsabend zur Klimapartnerschaft im Carl-Orff-Gymnasium stellten Bürgermeisterin Fafa Afua Adinyara, Koordinationsdirektor Edward Atsi Gidiglo, Stadtplaner Cornelius Agebeko Fugar und der Leiter des Umweltzentrums Dr. Günther Rusch die Stadt Ho vor. Sie zeigten die liebenswürdigen Seiten der Stadt, aber auch die Probleme. Die Schwierigkeiten in Ho reichen von fehlenden Systemen für die Müllentsorgung bis hin zu dem illegalen Abtransport des Sandes an den Stränden als Baumaterial. Neben den Veränderungen an der Küste ist auch der aus dem Ozean angeschwemmte Müll ein weiteres gravierendes Problem. Fugar sieht darüber hinaus den Verkehr als großes Umweltproblem in seiner Heimat: „Wir haben sehr viele Fahrzeuge in Ghana, aber die haben nicht die Qualität Ihrer Autos in Deutschland.“ Der Leiter des Umweltzentrums in Ho, zeigte auch die gesellschaftlichen Schwierigkeiten auf. So wird Afrika noch beherrscht von einem Wachstum der Städte, fast um jeden Preis. Das wird unterstützt durch Profitgier einiger Investoren, gepaart mit Unwissenheit und Desinteresse in der Bevölkerung. Jessica Baier, die Koordinatorin der 50 deutschen Klimapartnerschaften, zeigte aber auch die Verantwortung Europas auf. So liegt laut einer Statistik aus dem Jahr 2010 der Ausstoß des umweltschädlichen Kohlenstoffdioxid in Deutschland bei 9,1 Tonnen pro Kopf, in Ghana dagegen bei gerade einmal 0,4 Tonnen. Sie zeigte auf, was deutsche Kommunen mit Projekten wie der Renaturierung einer Lagune oder dem Bau von Photovoltaikanlagen bereits in Afrika bewirken konnten.
Unterschleißheim und der Ho Municipal District haben sich damit auf einem guten Weg begeben, die Zusammenarbeit im Bereich Klimaschutz zu stärken.