Klima- und Umweltschützer im Landratsamt ausgezeichnet

Donnerstag, 21. Dezember 2017

Alle Geehrten auf einen Blick, zusammen mit Landrat Christoph Göbel.

Ein ehemaliges Erdbeerfeld, das jetzt als ökologischer und interkultureller Garten genutzt wird und somit zum Erhalt der Biodiversität beiträgt oder ein Hausmeisterservice, der Reinigungsmittel bewusst einsetzt und den Treibstoffverbrauch seiner PKW-Flotte stark gesenkt hat: Im Landkreis München engagieren sich eine Vielzahl von Bürgerinnen und Bürger, aber auch Firmen für den Energie- und Klimaschutz. In einer Ehrungsveranstaltung würdigte Landrat Christoph Göbel fünf Unternehmen, 17 Einzelpersonen und eine Kommune für ihre Verdienste.

„Dieser Abend macht greifbar, was wir ganz persönlich leisten können, um in Summe einer Energiewende näher zu kommen.“, erklärte Göbel in seinem Grußwort. „Die Ziele des Pariser Klimaabkommens können nur dann gelingen, wenn jeder seinen Beitrag leistet. Es kommt tatsächlich auf jeden Einzelnen an.“ Gerade deshalb sei es ihm ein Anliegen, regelmäßig gute Beispiele im Landkreis München zu ehren. „Sie zeigen, was man konkret tun kann – Sie sind Vorbilder!“ wandte er sich an die Geehrten.

Neue Mitglieder im Umweltpakt Bayern
Fünf Unternehmen im Landkreis München erhielten eine Urkunde der bayerischen Staatsregierung über die Aufnahme in den Umweltpakt Bayern.
Er würdigt freiwilliges Engagement von bayerischen Unternehmen für den betrieblichen Umweltschutz und nachhaltiges Wirtschaften und möchte deren Aktivitäten durch die Ehrung im Besonderen hervorheben.

Umweltehrung für persönliches Engagement
Im 13. Jahr der Umweltehrung wurden insgesamt neun Projekte mit 17 Bürgerinnen und Bürgern ausgezeichnet. Die Leistungen waren dabei äußerst vielfältig: Von der Bewahrung einer Biotopfläche, über den Kampf gegen das Artensterben, bis hin zu Müllsammel-Aktionen oder Repair-Café. „Auch in einer dicht besiedelten und stark wachsenden Region, wie dem Münchner Umland, ist es möglich und umso wichtiger, Ideen zu entwickeln, um die Natur und die Umwelt zu schützen.“, so Robert Fröschl, Leiter des Referats „Energie, Mobilität und verkehrliche Infrastruktur“.

Die Geehrten aus Unterschleißheim im Überblick:

  • Umweltpakt Bayern:
    Servitex Süd GmbH & Co. KG / Unterschleißheim

    Christian Fleischmann

Das Unternehmen Servitex Süd ist ein Verbund leistungsstarker Großwäschereien mit bundesweiter Verfügbarkeit und fachlicher Kompetenz vor Ort. Angeboten wird eine textile Vollversorgung für sämtliche Bereiche wie Hotellerie, Pflege, Reha, Berufskleidung, Bodenschutz und Waschräume.
Durch den Betrieb von neun Wärmerückgewinnungsanlagen, mit denen die Abwärme zurück in den Prozess geführt wird, hat sich das Unterschleißheimer Unternehmen als Umweltpakt-Teilnehmer Bayern qualifiziert.

  • ADAR GmbH / Unterschleißheim
    Imdat Han

Die Firma ADAR GmbH wurde 2012 gegründet. Der Schwerpunkt der Tätigkeit liegt im Hausmeisterservice, sowie dem „Infrastrukturellen Gebäudemanagement“.
Das Unternehmen erhält die Auszeichnung für zahlreiche Maßnahmen im bewussten Einsatz von Reinigungs- und Pflegemitteln, durch konsequente Abfalltrennung und Entsorgung sowie umfassende Maßnahmen zum energieeffizienten Betrieb des Unternehmens. So konnte beispielsweise der durchschnittliche Treibstoffverbrauch der Pkw-Flotte unter 6 l/100 km bei Benzin- und unter 5 l/100 km bei Dieselfahrzeuge gesenkt werden. Mit diesen und weiteren Maßnahmen hat sich die Firma ADAR GmbH als Umweltpakt-Teilnehmer Bayern qualifiziert.

13. Umweltehrung des Landkreises München:

  • Birgit Annecke-Patsch, Unterschleißheim und Arnold Tallavania, Oberschleißheim

Frau Annecke-Patsch aus Unterschleißheim und Herr Tallavania aus Oberschleißheim machen sich seit über 20 Jahren in besonderer Weise um den Arten- und Biotopschutz in Ober- und Unterschleißheim verdient. Frau Annecke-Patsch ist seit ähnlich langer Zeit aktiv im Bund Naturschutz, seit über 10 Jahren auch als 1. Vorsitzende der Ortsgruppe für Ober- und Unterschleißheim.
Gemeinsam organisieren die beiden seit vielen Jahren regelmäßige Biotoppflegemaßnahmen, um Standorte von Rote-Liste-Arten zu erhalten und Neophyten zurückzudrängen. (Anmerkung: Neophyten sind eingewanderte Pflanzen, die sich oft wegen fehlender Konkurrenz oder Freßfeinden ungehindert ausbreiten und einheimische Arten verdrängen können.) Dazu aktivieren sie regelmäßig einen offenen Kreis von Mithelfenden aus der Bürgerschaft sowie von der Lokalen Agenda bzw. vom Bund Naturschutz.
Weiter fanden unter ihrer Initiative umfangreichere Baumaßnahmen, wie das Anlegen von Wechselkrötenbiotopen in Kooperation mit der Gemeinde Oberschleißheim, statt.

  • Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Unterschleißheim-Haimhausen
    Arbeitsgruppe Grüner-Gockel

Die Arbeitsgruppe „Grüner Gockel“ der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Unterschleißheim-Haimhausen wurde im Jahr 2010 unter Vorsitz von Frau Kittlaus gebildet.
Nach intensiver Arbeit wurde am 14. November 2014 die Kirchengemeinde durch einen externen Umweltgutachter überprüft, für 4 Jahre zertifiziert und mit der Grünen-Gockel-Plakette ausgezeichnet.
Der Grüne Gockel ist ein wirksames Instrument für Kirchen- und Pfarrgemeinden sowie kirchliche Einrichtungen, um dauerhaft die eigenen Umweltauswirkungen zu erfassen, zu bewerten und positiv zu verändern. Der „Grüne Gockel“ erfüllt die Vorgaben des europäischen Öko-Audits EMAS und wurde an die Bedürfnisse von Kirchengemeinden angepasst.
Mit der Einführung des Systems leistet die Kirchengemeinde einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz und zur Bewahrung der Schöpfung und senkt darüber hinaus ihre Betriebskosten.

Folgende beispielhafte Maßnahmen wurden und werden im Zuge der Zertifizierung umgesetzt:
Umstellung auf LED-Lampen, naturnahe Freiflächengestaltung, Mülltrennung, Photovoltaik-Anlage, und der Anschluss an die Geothermie.
Darüber hinaus beteiligt sich die Arbeitsgruppe an der Fair-Trade-Initiative der Stadt Unterschleißheim und verwendet bei Veranstaltungen Speisen und Getränke aus fairem Handel oder von lokalen Einzelhändlern.

Die komplette Veranstaltungsorganisation der Umweltehrung wurde nach den Prinzipien „regional-fair-bio“ ausgerichtet. Vor allem bei den Speisen, den Getränken und dem Blumenschmuck wurde hierauf geachtet.