Kinder aus suchtkranken Familien

Montag, 11. April 2011
Gelungene Fortbildung stärkt professionelles Netzwerk

Gelungene Fortbildung stärkt professionelles Netzwerk


Fast 40 Vertreter verschiedenster Unterschleißheimer Kinder- und Jugendschutzeinrichtungen nahmen an der Fortbildung "Kinder aus suchtkranken Familien" teil. Wissenschaftliche Daten, konkrete Hilfen bei Gesprächen und auch die Möglichkeit, sich gegenseitig Kennenzulernen prägten diesen Tag.

Organisiert wurde die Fortbildung von der Stadt Unterschleißheim und dem Arbeitskreis Prävention. Dazu konnte der Gestalt- und Suchttherapeut Bernhard Weyer als Referent gewonnen werden. Weyer begleitet die Stadt schon seit vielen Jahren beratend und sensibilisierte bei der Fortbildung am 24. März die Teilnehmer für die typischen Folgen bei Kindern und Jugendlichen, wenn Eltern übermäßig Alkohol konsumieren.
Durch einen Mix aus Rollenspielen, Informationen über neueste wissenschaftliche Erkenntnisse oder auch visuellen Medien wurden die vielfältigen Prozesse einer betroffenen Familie beleuchtet und erklärt. Was erleben Kinder von suchtkranken Eltern? Was empfinden sie, welche weiteren Folgen und Konsequenzen ergeben sich daraus? Wie kann man diese Anzeichen erkennen und bearbeiten? Wie ist ein Ausstieg aus dieser teuflischen Spirale möglich?

Die Teilnehmer wurden mit konkreten Situationen konfrontiert und bekamen Hinweise, wie Gespräche mit betroffenen Eltern und Kindern erfolgversprechend geführt werden. Der Fokus der Kinder- und Jugendarbeiter liegt bei solchen Dialogen in der Stärkung der betroffenen Kinder. Wertschätzung, Verständnis, aktives Zuhören und Verstehen sind hierbei grundlegende und wichtige Methoden. In einer "süchtigen Kultur", wie Bernhard Weyer sie beschreibt, kann dies Kindern und Jugendlichen als wichtiger Anker der Orientierung dienen.
Ein weiterer positiver Effekt der Veranstaltung bestand vor allem in der Breite des Teilnehmerkreises. Die Teilnehmer konnten sich bei dieser Fortbildung auch auf informellen Weg austauschen und für zukünftige berufliche Herausforderungen das bestehende Netzwerk der Prävention kräftigen und stärken.