Heideflächenverein ? 15 Jahre Entwicklung der Garchinger Heide

Montag, 11. August 2008

(v.l.n.r.: Rolf Zeitler (1. Vorsitzender und Bürgermeister), Christine Joas (Heideflächenverein Münchener Norden e.V.), MdB Josef Göppel, Christoph Himmighoffen (Vorstand der Stiftung Bayerischer Naturschutzfonds), Ludwig Sothmann (Stiftungsratsmitglied Bayerischer Naturschutzfonds) und Staatsminister Dr. Otmar Bernhard besichtigen die Garchinger Heide.)

(v.l.n.r.: Rolf Zeitler (1. Vorsitzender und Bürgermeister), Christine Joas (Heideflächenverein Münchener Norden e.V.), MdB Josef Göppel, Christoph Himmighoffen (Vorstand der Stiftung Bayerischer Naturschutzfonds), Ludwig Sothmann (Stiftungsratsmitglied Bayerischer Naturschutzfonds) und Staatsminister Dr. Otmar Bernhard besichtigen die Garchinger Heide.)

Für ein Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben hat der Heideflächenverein vor 15 Jahren 30 ha Flächen erworben. Die Gemeinden haben weitere 5,5 ha zur Verfügung gestellt und von der Katholischen Kirche wurden 27 ha langfristig angepachtet.

Ziel dieses, von 1992 bis 2002, durchgeführten Vorhabens war es, verschiedene Methoden zur Ansiedlung der seltenen Pflanzen- und Tierwelt der Garchinger Heide auf ehemaligen Ackerflächen zu erproben.

Unter der wissenschaftlichen Leitung der Technischen Universität München in Weihenstephan wurde untersucht, wie sich die Arten der Heide am vollständigsten wieder ansiedeln lassen. Auf Teilflächen wurde der nährstoffreiche Oberboden abgetragen, um wieder ähnliche Standorte wie in der Garchinger Heide zu erzielen. Das Mahdgut der Heide wurde auf die neuen Flächen ausgebracht. Für besonders seltene Arten wie die Fingerkuhschelle wurde ein Vermehrungs- und Aussaatprogramm entwickelt. Diese nach FFH-Richtlinie Anhang II besonders geschützte Art kommt deutschlandweit nur noch in der Garchinger Heide vor.

All diese Aktivitäten waren nur möglich geworden, da der Heideflächenverein finanzielle Unterstützung von Bund und Land erhalten hat. Bei einer Gesamtprojektsumme des investiven Vorhabens von 2,78 Mio. Euro lag die Hauptfinanzierung beim Bundesamt für Naturschutz mit rund 1,2 Mio. Euro. Der Bayerische Naturschutzfonds hat mit einer Co-Finanzierung von 660.000 Euro die Projektdurchführung erst ermöglicht. Die Kommunen investierten 900.000 Euro.

Das Naturschutzgebiet Garchinger Heide konnte durch die Flächenarrondierung deutlich stabilisiert werden. Auf 62 ha Fläche konnten über 68 Zielarten der Garchinger Heide übertragen und etabliert werden. Auch 12 seltene oder gefährdete Arten der Roten Liste wie der Ausdauernde Lein, das "Brillenschötchen" oder die "Graue Skabiose" haben sich auf den neuen Flächen angesiedelt. Die Ergebnisse des Vorhabens sind beeindruckend.

Dies nahm Staatsminister Dr. Otmar Bernhard zum Anlass und besichtigte am 01. August 2008 dieses landschaftlich reizvolle Gebiet und gratulierte zum Erfolg dieses Projekts.

Auch nach Abschluss des Erprobungs- und Entwicklungsvorhabens hat der Heideflächenverein als Projektträger die Pflege der Flächen weiterhin in seiner Verantwortung.

Nähere Informationen über den Heideflächenverein erhalten Sie unter www.heideflaechenverein.de.