Erster Bürgermeister Böck reist mit kleiner Delegation nach Ghana

Mittwoch, 12. November 2014

Empfang im „Volta Regional House of Chiefs“, Erster Bürgermeister Christoph Böck und die Queenmother der Volta Region

„Anstrengend, aber überaus erfolgreich“, so lautete die Devise der kleinen Unterschleißheimer Delegation, die vom 25.10.14 bis zum 02.11.14 die Unterschleißheimer Klimapartnerschafts-Stadt Ho im Südosten Ghanas besuchte. Erster Bürgermeister Böck bildete die Nachhut und reiste vom 30.10.14 bis 02.11.14 nach Ho. Die Reise war der offizielle Gegenbesuch bei den Klimapartnern im Ho Municipal District. Die Delegation aus Ghana war bereits im Juni dieses Jahres zu Besuch in Unterschleißheim gewesen. Hintergrund ist die Beteiligung der Stadt Unterschleißheim am bundesweiten Projekt „50 Kommunale Klimapartnerschaften bis 2015“.

Das Projekt „50 Kommunale Klimapartnerschaften bis 2015“ wird von der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Zusammenarbeit und Entwicklung deutschlandweit angeboten. Vor geraumer Zeit hat sich der Stadtrat für eine Partnerschaft im Nord-Süd-Dialog der Klimaschutzkommune Unterschleißheim ausgesprochen. Ziel des Projektes ist es, die fachliche Zusammenarbeit deutscher Städte mit Kommunen im globalen Süden in den Bereichen Klimaschutz und Klimaanpassung zu stärken und zu vertiefen. Um den Klimaschutz systematisch in die bestehende kommunale Partnerschaftsarbeit zu integrieren, werden gemeinsam Handlungsprogramme mit Zielen, Maßnahmen und zugewiesenen Ressourcen erarbeitet. Die Kosten der Reise werden von der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt im Rahmen ihres Förderprogramms getragen.

Die Reise der Unterschleißheimer stand dabei unter dem Motto „Klimawandel, Klimamilderung und Klimaanpassungen“. Ihr Ziel war in erster Linie das Kennenlernen der Örtlichkeiten von Ho, um die Bedürfnisse und Probleme der Klimapartner besser erfassen zu können: „Wenn man vor Ort etwas erreichen möchte, ist es unumgänglich, sich ein persönliches Bild zu machen“, so Erster Bürgermeister Böck. „Erst durch den direkten Kontakt und im persönlichen Gespräch erfahren wir, ob theoretisch erdachte Projekte in der Praxis überhaupt Sinn machen“, so Böck weiter.

Zu den Stationen der Reise zählten, neben dem Besuch der Partnergemeinde, ein Empfang beim König der Volta-Region sowie eine Begegnung mit den traditionellen Chiefs (Stammeshäuptlingen), die in Afrika großen Einfluss auf die öffentliche Meinungsbildung ausüben. Darüber hinaus standen auch Schulbesuche auf dem Programm, in deren Rahmen Vorträge zum Thema Klimaschutz gehalten und Gespräche mit Lehrern und Schulleitern geführt wurden. Über 1000 Zuhörer hatten die Unterschleißheimer Delegation und ihre Klimapartner in der Mawuko Senior High Girls School.
Aber auch der Akosombo-Damm am Voltastausee, dem größten Stausee der Erde, und das dortige Wasserwerk wurden besichtigt sowie die renaturierte Lagune „Fous Lagoon“, ein Projekt der Klimapartnerstädte Bonn und Cape Coast.

Ein Erfolg war die Reise jedoch nicht nur wegen des gelungenen und fruchtbaren Dialogs im Rahmen der zahlreichen Begegnungen. Die Steuerungsgruppe der Partnerstadt Ho erarbeitete unter Beteiligung der Unterschleißheimer Delegation auch konkrete Ziele für die Bereiche „Abfallverwertung“, „Bewusstseinsbildung im Umweltschutz“ und „Erneuerbare Energien“: Dazu zählen Seminare zum Thema Klimaschutz für die Stammesführer ebenso wie die Errichtung von Biogasanlagen für einzelne öffentliche Gebäude oder gezielte Informationen über Möglichkeiten zum Energiesparen beispielsweise im dortigen Rathaus. Ein weiteres Ziel, das sich die beiden Steuerungsgruppen gesetzt haben: Ho soll die erste plastikfreie Zone Ghanas werden. Die Diskussion um die angesprochenen Ziele erlebten alle Beteiligten dabei als überaus pragmatisch und zielorientiert.

Dass Ho und Ghana dringend konkreter Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung bedürfen und auf den Austausch mit der Partnergemeinde angewiesen sind, konnte die Unterschleißheimer Delegation bei ihrem Besuch vor Ort erfahren: Anders als in unseren Breitengraden macht sich der Klimawandel in Ghana bereits stark bemerkbar: Vermehrte Stürme und Starkregen, erhöhte Temperaturen und weniger Wasser im Volta-Stausee sind die konkreten Folgen des Klimawandels, von denen Ghana bereits jetzt betroffen ist.

 

 

Empfang im „Volta Regional House of Chiefs“, Erster Bürgermeister Christoph Böck und die Queenmother der Volta Region