Eine gelungene Informationsveranstaltung durch die Stadt:

Montag, 02. November 2009
Netzwerk der Prävention für suchtgefährdete Kinder und Jugendliche

Netzwerk der Prävention für suchtgefährdete Kinder und Jugendliche

Ende Oktober trafen sich im Großen Sitzungssaal des Unterschleißheimer Rathauses über 30 interessierte Sozialarbeiter, Psychologen, Pädagogen und Lehrer aus den unterschiedlichsten örtlichen Einrichtungen für Kinder- und Jugendarbeit und aus Schulen, um im Rahmen der Kampagne "Aktiv statt Alktief" an der Suchtpräventions-Fortbildung mit dem Thema "Kinder aus suchtkranken Familien" teilzunehmen.
Dazu eingeladen hat der Arbeitsbereich Jugend und Soziales der Stadt Unterschleißheim für den Arbeitskreis Prävention. Die Teilnehmer der Veranstaltung machten sich unter der Leitung des Referenten Bernhard Weyer an die Aufarbeitung vieler offener Fragen und Schwierigkeiten des Umgangs mit diesem Aspekt der Suchtproblematik. Zumeist in Rollenspielen wurde der mögliche Spielraum der Akteure sichtbar und gerade die Brisanz dieses sehr sensibel zu behandelnden (Tabu-)Themas "Sucht" auf diese Art und Weise allen Teilnehmern sehr plakativ verdeutlicht.
Zunächst galt es hierbei, den typischen Verlauf einer Suchtkarriere und was dabei in der Person und deren Familie passiert nachzuvollziehen, um sich den restlichen Tag an konkrete aktuelle oder vergangene Fälle der anwesenden Profis heranzutasten. Hierbei wurden viele Facetten dieser Problemstellung beleuchtet und immer mehr wurde allen Teilnehmern in Bezug auf die Suchtthematik deutlich: wir leben zum einen in einer Gesellschaft des Wegschauens und andererseits in einer süchtigen Kultur. Auch kleine Schritte können hier wichtige Katalysatoren eines Prozesses in die richtige Richtung ? weg von der Sucht ? sein und das Zuhören, Bestärken, Unterstützen und Verständnis zeigen, kann schon sehr viel Hilfe für die Betroffenen bedeuten.
Am Ende der Veranstaltung wurdn den Teilnehmern noch zwei Märchen auf den Weg gegeben: Auf der einen Seite besprach der Referent die gescheiterte Bewahrungspädagogik in "Dornröschen", um zu verdeutlichen, dass man nicht einfach überall absperren, schützen, Angst haben und absichern kann und diese Art der Pädagogik keinerlei positive Effekte verspricht. Auf der anderen Seite beschwor er die Quintessenz aus "Huckleberry Finn": hier schafft es ein potentieller Schläger und Alkoholiker ? weil Sohn eines solchen ?, durch das Ausleben von Abenteuern und die Möglichkeit, seine eigenen Fehler zu machen, zu einer respektablen Persönlichkeit heranzuwachsen.
Die Teilnehmer zeigten sich begeistert und beteuerten, viel für ihren Arbeitsalltag mitnehmen zu können. Als ganz wichtigen Aspekt betonten sie zudem, dass so viele andere Profis aus Unterschleißheim anwesend waren und so in Zukunft durch ein Netzwerk der Prävention noch besser auf Suchtfälle und ihren Facettenreichtum reagiert werden kann.