Ein Beispiel, das Schule machen kann - „Nicht erst aktiv werden, wenn es zu spät ist“

Donnerstag, 20. Oktober 2016

Sorgt für Mobilität im Hause Straubinger: Ein eigens eingebauter barrierefreier Aufzug.

Im Rahmen ihrer goldenen Hochzeit besuchte Erster Bürgermeister Christoph Böck das Ehepaar Johann und Hildegard Straubinger zu Hause. Von ihrem aufwendig umgebauten Haus mit eigenem Aufzug war er sehr beeindruckt. Es ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie man auch im Alter unabhängig daheim wohnen bleiben kann. Im Interview erzählt Hildegard Straubinger, wie es dazu kam und was der Aufzug für sie bedeutet.

Was hat Sie zu dem Schritt bewegt, Ihr Haus umzubauen um dafür einen Aufzug zu installieren?
Der Auslöser war eine Knieoperation, die das Treppensteigen für mich fast unmöglich machte. Dies hieß für uns, dass wir vor der Wahl standen, entweder unser nicht barrierefreies Haus zu verlassen oder etwas im Haus zu verändern. Sehr geholfen hat uns dann der Unterschleißheimer Architekt Reichart, der eine Lösung fand, in unserem Haus einen Aufzug zu installieren.
Da unser Haus dafür eigentlich nicht ausgelegt war, mussten einige sehr aufwendige Umbaumaßnahmen mit Abrissen und Neubau getroffen werden, die mehrere Monate lang andauerten.
Haben Sie außer dem Aufzug noch andere Änderungen an Ihrem Heim vorgenommen, die Ihren Alltag erleichtern?
Ja, wir haben auch unser Bad barrierefrei gemacht, indem wir die Badewanne durch eine große, leicht begehbare Dusche ersetzt haben, wodurch es uns immer noch möglich ist, selbstständig zu duschen.
Außerdem haben wir ein Zimmer und ein weiteres Bad als mögliche Wohnung für Pflegekräfte umgestaltet. Alternativ können wir das Zimmer mit Bad im Rahmen des Programms „Wohnen gegen Hilfe“ auch untervermieten.
Hat sich dieser ganze Aufwand für Sie gelohnt?
Ja, sehr. Wir können uns jetzt sicher sein, noch ein paar Jahre in unserem Heim wohnen bleiben zu können und brauchen fürs Erste auch keine Pflegekräfte, sondern können uns gegenseitig unterstützen. Das bedeutet für uns natürlich viel Unabhängigkeit. Was mich besonders freut ist, dass unser Garten durch den Umbau erhalten geblieben ist und unsere kleine Küche durch eine große mit Gartenblick ersetzt wurde. Und auch für die Zukunft haben wir jetzt mehr Sicherheit, da der Aufzug nicht nur für unsere jetzige Situation ausreicht, sondern auch groß genug ist, um eventuell mit Rollstuhl und einer Begleitperson darin zu fahren. Auch der Rest des Hauses ist jetzt mit dem Rollstuhl befahrbar.
Was raten Sie anderen Menschen, die in ein Alter kommen, in dem man sich über ein barrierefreies Heim Gedanken machen muss?
Man kann kaum früh genug anfangen, sich über dieses Thema Gedanken zu machen. Wenn es akute Probleme gibt, kann es dann oft schon zu spät oder zumindest sehr schwierig sein, noch entsprechende Maßnahmen zu treffen. Also sollte man sich früh und professionell beraten lassen und am besten auch schon etwas Geld dafür beiseitelegen.