Der Energiebeauftragte rät:

Montag, 26. Januar 2009
Richtig Heizen und Lüften

Richtig Heizen und Lüften

Klimaschutz geht uns alle an
Klima- und Ressourcenschutz ist in aller Munde. Die Stadt Unterschleißheim hat sich 2007 der Energievision des Landkreises München angeschlossen. Dies bedeutet, dass bis 2050 keine fossile Energie mehr benötigt werden soll. Dafür sollen 60 Prozent der heutigen Energie eingespart werden und der Rest regenerativ zur Verfügung gestellt werden. Um dieses ehrgeizige Ziel erreichen zu können, müssen sich alle angesprochen fühlen. Um Sie in Ihren Bemühungen zu unterstützen, werden wir Ihnen künftig in unregelmäßigen Abständen Energiespartipps an die Hand geben. Heute erhalten Sie Empfehlungen zum Thema "Richtig Heizen und Lüften".

Der Energiebeauftragte empfiehlt:

Nutzen Sie Ihre Thermostatventile richtig
Glücklicherweise sind inzwischen die meisten Heizkörper mit Thermostatventilen ausgestattet. Was früher ein einfacher Hahn zum auf- und zudrehen war, ist heute erheblich besser geregelt. In einem Thermostatventil ermittelt ein Temperaturfühler die Raumtemperatur und stellt entsprechend ein, wie viel warmes Wasser durch einen Heizkörper strömt.


Thermostatventil auf die gewünschte Temperatur einstellen statt überregeln
Der Nutzer stellt also einfach die Temperatur ein. Zum Beispiel bedeutet bei vielen Thermostatventilen die Stufe drei eine Raumtemperatur von 20 Grad Celsius. Auf dieser Stufe sorgt der Thermostat zügig dafür, dass 20 Grad Raumtemperatur erreicht werden. Eine gängige Fehlbedienung liegt in dem Irrglauben, dass man schneller die gewünschte Temperatur erreicht, wenn man den Thermostat voll aufdreht. Mit dieser Vorgehensweise erreicht man unwesentlich schneller die gewünschte Temperatur. Ist die richtige Temperatur erreicht, so drosselt das Thermostatventil aber nicht die Wärmezufuhr, sondern heizt weit über die gewünschte Temperatur hinaus. Eine erhöhte Raumtemperatur benötigt pro Grad im Schnitt 6 % mehr Heizenergie.


Stoßlüften statt Kippen
Die Folge sind also überheizte Räume und Energieverlust. Überheizte Räume verleiten wiederum dazu, zu lüften. Heizungen stehen meistens unter den Fenstern. Kippt man nun die Fenster, so fällt ein Schleier kalter Luft auf die Heizkörper. Die Thermostatventile werden dadurch weit unter Raumtemperatur gekühlt und fahren die Heizleistung hoch. Dadurch bleibt die Raumtemperatur zu hoch und der Teufelskreis schließt sich: Man heizt buchstäblich zum Fenster hinaus. Stellt man hingegen die gewünschte Temperatur am Thermostatventil ein, so spürt man das Bedürfnis zu Lüften erst, wenn die Luft verbraucht ist. Lüften sollte man dann mit weit geöffneten Fenstern und geschlossenen Thermostatventilen. Nach wenigen Minuten ist so die Luft ausgetauscht. Die Wärme, die in den Gegenständen und Wänden gespeichert ist, sorgt schnell dafür, dass die Raumtemperatur wieder im gewünschten Bereich liegt.


Thermostatventile und Heizkörper sollen frei stehen                  Das Gegenteil wie beim Kipplüften ist der Fall, wenn Vorhänge oder Möbel zu einem Hitzestau um den Heizkörper führen. Das Thermostatventil misst eine zu hohe Temperatur und drosselt die Wärmezufuhr. Die Raumtemperatur lässt sich folglich nicht zufriedenstellend regeln. Ein weiterer Nachteil ist, dass die Wärme der Heizung nicht ungehindert in den Raum strömen kann und viel Energie durch die Außenwand verschwindet.
Wenn Sie diese einfachen Regeln beachten, können Sie, ohne einen Cent zu investieren, Heizenergie im zweistelligen Prozentbereich einsparen.