Betrieb für die Kriegswirtschaft

Montag, 09. August 2010
Flachsröste wird wissenschaftlich untersucht

Flachsröste wird wissenschaftlich untersucht

Die Bedeutung der Flachsröste in Unterschleißheim in der Zeit des Nationalsozialismus wird wissenschaftlich untersucht. Der Werkausschuss Forum hat damit den Historiker Maximilian Strnad beauftragt. Rund ein Jahr wird die Arbeit dauern, die Kosten belaufen sich auf 13.000 Euro.

Die Mitglieder des Werkausschusses Forum haben einstimmig entschieden, die Geschichte der Flachsröste Lohhof GmbH untersuchen zu lassen. Der Betrieb an der Carl-von-Linde-Straße hatte vor allem wegen der Beschäftigung von jüdischen Zwangsarbeitern eine zentrale Rolle für die deutsche Kriegswirtschaft. Viele historische Dokumente sind erst jüngst der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. So existieren zum Beispiel über 160 Seiten Tagesprotokolle des ehemaligen Lagerleiters. Auch die Dokumente des Bayerischen Hauptstaatsarchivs und des Bundesarchivs in Berlin sollen in dieser Recherche aufbereitet werden und Antworten auf die noch offenen Fragen liefern. Eine möglichst umfassende Rekonstruktion der Arbeitsbedingungen, der politischen Hintergründe der Betreiber und vieles mehr wird Strnad erforschen. Auch wenn die Stadträte davon ausgehen, dass sich ein eher kleiner  Interessentenkreis von den Ergebnissen der Forschungsarbeit angesprochen fühlen wird, so wurde der hohe Wert der Dokumentation für den Geschichtsunterricht an den Schulen und vor allem für unser Heimatmuseum betont.