Bauvoranfrage zur Nutzungsänderung: bestehendes Bürogebäude als temporäres Wohnheim für Asylbewerber

Donnerstag, 11. Dezember 2014

Die derzeitigen Flüchtlingsströme aufgrund von Krieg, Verfolgung und humanitärer Katastrophen reißen nicht ab. Die Zahl der Asylbewerber ist bundesweit um 55 % im Vergleich zum Vorjahr angestiegen. Weltweit befinden sich etwa 55 Millionen Menschen auf der Flucht, wobei etwa 33 Millionen Menschen Flüchtlinge innerhalb des eigenen Landes sind. Durch die stark angestiegene Zahl von hilfesuchenden Menschen hat nun die Regierung von Oberbayern die festgesetzten Kontingente zur Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern, für die einzelnen Kommunen im Landkreis München, neu berechnet. Die drei Hauptherkunftsländer der Asylsuchenden in Deutschland sind Syrien, Serbien und Eritrea.

Der im Grundstücks- und Bauausschuss getroffene Beschluss bildet nun die Grundlage für die Umnutzung des in der Siemensstraße gelegenen Bürogebäudes, für die Unterbringung von maximal 200 Asylsuchenden. Für die Stadt Unterschleißheim bietet die durch den Eigentürmer beantragte Umnutzung die Möglichkeit, ihren Verpflichtungen zur Unterbringung von Asylbewerbern nachzukommen. Der Ausschuss begrüßte die Errichtung einer Gemeinschaftsunterkunft im Gewerbegebiet unter anderem auch deshalb, da sie einen weniger starken Einschnitt in das Stadtbild ergibt, als dies beispielsweise mit der Aufstellung von Wohncontainern der Fall wäre. Bundestag und Bundesrat haben im November 2014 eine Änderung des Baugesetzbuches beschlossen, damit Gemeinschaftsunterkünfte für Asylbewerber, anders als es die bisherige Gesetzeslage erlaubte, in Gewerbegebieten möglich sind. Die Gesetzesänderung ist beschränkt bis zum 31.12.2019.


Die weiteren Gespräche zwischen der Stadtverwaltung und dem Eigentümer müssen nun zeigen, inwieweit sich das Vorhaben realisieren lässt und welche Umbaumaßnahmen notwendig sind, damit das Bürogebäude die Anforderungen für eine Gemeinschaftsunterkunft erfüllt. Es ist das Ziel der Stadtverwaltung möglichst rasch neue Räumlichkeiten zu finden, um die vom Landratsamt München für 2015 geforderten etwa 200 Unterkunftsplätze zur Verfügung stellen zu können. Neben dem bisherigen Wohnheim im Gewerbegebiet, das Platz für etwa 70 Asylbewerber bietet, braucht die Stadt Unterschleißheim auch Wohnraum für diejenigen Menschen, deren Antrag auf Asyl genehmigt wurde. Aktuelle Informationen erhalten Sie auf der Homepage des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge unter www.bamf.de.