Bauausschuss stimmt gegen größere Wohngebietsausweisungen

Montag, 14. Dezember 2009

Der Grundstücks- und Bauausschuss hat Ende November den Vorentwurf der Generalfortschreibung des Flächennutzungsplanes speziell zu dem Thema "Wohnen/ Wohnungsbau" beraten. In einem sehr ausführlichen Rückblick schilderte Johannes Dragomir als beauftragter Stadtplaner die Bedeutung eines Flächennutzungsplanes und die konkreten Vorschläge seines Büros zur Ausweisung von Neubaugebieten. Bei diesem Teilaspekt des künftigen Flächennutzungsplanes hat das Büro Dragomir eine detaillierte Bestandsaufnahme vorgestellt. Es ging davon aus, dass die Bevölkerung der Stadt bis zum Jahre 2025 um durchschnittlich 0,5 % wachse und damit rund 28.750 Einwohner am Ende des Planungszeitraumes hätte. Weiter wurde errechnet, dass die rund 2.500 zusätzlichen Einwohner etwa 1.200 neue Wohneinheiten benötigen würden. In einer sehr sorgfältigen Bewertung wurden alle potentiellen Flächen auf ihre Eignung für eine mögliche Bebauung auf den Prüfstand gestellt. Das Gesamtkonzept lieferte eine Zusammenstellung aus Flächen, für die bereits eine Bauleitplanung läuft oder nachverdichtet werden können. Zusätzlich dazu wurden neu auszuweisende, bislang unbebaute Flächen vorgeschlagen. Der Stadtplaner verdeutlichte auch die Notwendigkeit neu zu schaffenden Wohnraumes in einer von Experten prognostizierten Wachstumsregion. Nur so könne der Wirtschaftsstandort Unterschleißheim über ortsnah verfügbare Arbeitskräfte verfügen und zusätzlich entstehende Verkehrsströme von Einpendlern mit ihren negativen Folgen unterbinden. Während das Planungsbüro die Neuausweisungen aus fachlicher Sicht befürwortete, haben sich die Mitglieder des Bauausschusses für ein maßvolles Wachstum ausgesprochen und deshalb die Ausweisung einzelner Flächen nicht mitgetragen. So wurde einstimmig beschlossen, die Gebiete südlich des Münchner Rings (östlich und westlich der Bahnlinie) nicht als Wohngebiet auszuweisen. Lediglich die Fläche zwischen der Bebauung an der Mistralstraße und dem Waldfriedhof ? das sogenannte Erdbeerfeld ? wird als neues Wohngebiet in den Flächennutzungsplan aufgenommen. Im neuen Flächennutzungsplan hat so eine maßvolle innerörtliche Nachverdichtung den Vorrang. Wenn auch die anderen Themenbereiche des Flächennutzungsplanes ? zum Beispiel die gewerbliche Entwicklung, die soziale Infrastruktur - in gleicher Art und Weise behandelt worden sind, entscheidet letztendlich der Stadtrat über den Gesamtentwurf, der dann im Idealfall Anfang nächsten Jahres in das gesetzlich vorgeschriebene Aufstellungsverfahren geht. Hier ist ein zweistufiges Beteiligungsverfahren für Bürger und Träger öffentlicher Belange vorgesehen.