Barrierefreier Ausbau des S-Bahnhofs Unterschleißheim:

Mittwoch, 31. Juli 2013
Planfeststellungsbeschluss durch das Eisenbahnbundesamt liegt vor

Planfeststellungsbeschluss durch das Eisenbahnbundesamt liegt vor

Das Eisenbahnbundesamt hat der Stadt Unterschleißheim mit Schreiben vom 12.07.2013 mitgeteilt, dass es für das Bauvorhaben „Barrierefreier Ausbau des Haltepunktes Unterschleißheim“ einen Planfeststellungsbeschluss erlassen hat.

Das Vorhaben beinhaltet im Einzelnen den  Umbau der vorhandenen zwei Bahnsteige, die Integration eines Blindenleitsystems in den Bahnsteigbelag, die Anpassung der Zugänge durch den Neubau von zwei Treppenanlagen mit Einhausung an den südlichen Bahnsteigenden, den Neubau von zwei barrierefreien Rampen an den südlichen Bahnsteigenden und den Neubau zweier Zugangstreppen. Die Nutzer sollen durch den Neubau von zwei Bahnsteigdächern und von zwei Wetterschutzhäusern von Wetterereignissen geschützt werden. Für das Bauvorhaben ist ein landschaftspflegerischer Begleitplan erstellt worden. Baubeginn soll im Jahr 2015 sein.

Die Stadt Unterschleißheim hatte in ihrer Stellungnahme zum barrierefreien Ausbau des S-Bahn-Haltepunkts Unterschleißheim der Deutschen Bahn AG sowie der Regierung von Oberbayern als Anhörungsbehörde ihre Kritik und Bedenken bezüglich des aus ihrer Sicht unbefriedigenden Maßnahmenplans vorgetragen und zugleich Vorschläge für  Verbesserungsmaßnahmen gemacht. Die Anregungen wurden von der Deutschen Bahn u.a. aufgrund der Mehrkosten, die dadurch verursacht würden, im Vorfeld bereits abgelehnt, jedoch als realisierbar eingestuft, falls die Stadt die Kosten selbst tragen und sich das Bauvorhaben dadurch nicht verzögern würde. Die Finanzierung der Verbesserungen, die sie für dringend notwendig erachtet, hatte die Stadt jedoch grundsätzlich in Aussicht gestellt. 
Der Stadtrat hatte deshalb auch beschlossen, auf eigene Rechnung die Machbarkeit und damit verbundenen Kosten der drei von ihr eingebrachten Forderungen durch ein darauf spezialisiertes Planungsbüro untersuchen zu lassen: Die drei dringlichsten Verbesserungsmaßnahmen, die  die Stadt Unterschleißheim zur Annehmlichkeit ihrer Bürger umsetzen möchte, sind eine Überdachung bzw. Einhausung der gesamten Rampenzugänge, eine Überdachung des kompletten Bahnsteigs sowie eine zusätzliche Treppenanlage vom Bahnsteig direkt zum Busbahnhof auf der Ostseite (dem Rathausplatz zugewandte Seite). Zudem wurde bereits im Vorfeld gefordert, auch den nördlichen Bahnsteigzugang Berglstraße durch eine Aufzuganlage barrierefrei zu gestalten. Die Stadt unterstreicht damit, dass ihr der größtmögliche Komfort der Fahrgäste und die Sicherheit der Rampenbenutzer bei Schnee- und Eisglätte im Winter besonders wichtig sind.
Auf Unverständnis stieß in der letzten Sitzung des Stadtrats die kategorische Absage der Deutschen Bahn AG, dass auch bei vollständiger Finanzierung der geforderten Erweiterungsmaßnahmen durch die Stadt diese jetzt nun doch nicht umsetzbar seien. Die Stadt wird deshalb in ihren Bemühungen um eine dringend erforderliche Verbesserung des Ausbaus nicht aufgeben, ihre Forderungen weiter anzumahnen und ist erneut mit der Deutschen Bahn AG in Kontakt getreten.
Wie wichtig ihr die Angelegenheit im Interesse ihrer Bürger ist, zeigt sich auch darin, dass der Stadtrat mehrheitlich die Verwaltung beauftragt hat, ein gerichtliches Klageverfahren gegen den unbefriedigenden Planfeststellungsbeschluss vorzubereiten und einzuleiten, wenngleich die Erfolgsaussichten sehr gering einzuschätzen sind.

Zu weiteren Einzelheiten des Planfeststellungsbeschlusses wird auf die vorgelegten Planunterlagen, insbesondere auf den Erläuterungsbericht, verwiesen. Diese können bis 01.09.2013 im Rathaus, III. Stockwerk  während der Dienststunden eingesehen werden.