Asylbewerber in Unterschleißheim

Mittwoch, 20. August 2014
Rechtsextremistische Gruppierung verteilt Flugblätter

Rechtsextremistische Gruppierung verteilt Flugblätter

Bürgermeister und Landrat erklären übereinstimmend: Asylsuchende sind im Landkreis willkommen.

Noch vor Ankunft der 40 Asylbewerber aus Nigeria und Eritrea, die vorübergehend in der Turnhalle der Rupert-Egenberger-Schule untergebracht werden mussten, haben Bürgerinnen und Bürger in der Umgebung der Schule Flugblätter einer rechtsextremistischen Gruppierung in ihren Briefkästen gefunden. „Asylmissbrauch in Deutschland endlich stoppen! titelt das Flugblatt der Organisation „Der Dritte Weg“.

Bürgermeister Christoph Böck und Landrat Christoph Göbel zeigen sich bestürzt über diesen Ausdruck der Fremdenfeindlichkeit und betonen übereinstimmend, dass die Menschen aus den Krisengebieten der Welt in Unterschleißheim wie im ganzen Landkreis München willkommen sind. Gleichzeitig bedauern sie die vorübergehende Unterbringung der Asylsuchenden in einer Turnhalle. Doch die Erstaufnahmeeinrichtungen sind so überfüllt, dass die Regierung von Oberbayern dem Landkreis München mehr Asylsuchende zuweisen musste, als freie Plätze in Privatwohnungen oder Gemeinschaftsunterkünften zur Verfügung stehen.

Die Asylbewerber haben zum Teil eine wochenlange Flucht aus den Krisengebieten ihrer Herkunftsländer hinter sich. Nach Art. 16a des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland genießen politisch Verfolgte Asyl. Auf Grundlage der völkerrechtlichen Verpflichtung sind die Beteiligten des Landkreises München und der Stadt Unterschleißheim nach Kräften bemüht, den Asylbewerbern ihren Aufenthalt in Unterschleißheim menschenwürdig zu gestalten und eine schnelle Lösung für eine dauerhafte Unterbringung zu finden.

Nicht zuletzt ist es ein Gebot der Menschlichkeit und Gastfreundschaft, Menschen in Not vorübergehend in unserer Mitte aufzunehmen. Die von einzelnen Bürgerinnen und Bürgern geäußerten Fragen und Sorgen im Zusammenhang mit der geplanten Gemeinschaftsunterkunft nehmen der Landkreis München und die Stadt Unterschleißheim sehr ernst. Wir informieren die Öffentlichkeit über alle Details zeitnah.