Amphibienschutz in der Fröttmaninger Heide - Goldfische abgefischt

Mittwoch, 01. März 2017

Tümpel in der Heide sind keine geeignete Heimat für Goldfische

Ein Tümpel in der Fröttmaninger Heide musste im Februar 2017 abgepumpt werden, um die darin ausgesetzten Goldfische abfischen zu können. Goldfische fressen wie alle Fische den Laich oder die Larven von Amphibien. Das Abfischen ist nötig, um die seltene und gefährdete Population der Wechselkröte in der Heide erhalten zu können.
Im vergangenen Herbst stellten aufmerksame Besucher der Fröttmaninger Heide fest, dass in einem Tümpel Goldfische schwimmen. Diese beliebten Tiere für Teichanlagen und Aquarien sind nicht für die freie Natur bestimmt und gefährden die heimischen Tierarten. Sie fressen Eier und Larven von Amphibien, die im Naturschutzgebiet leben. Um dies zu verhindern, mussten vergangene Woche die 400 Fische nun aufwendig aus dem Weiher entfernt werden, damit eine weitere Verbreitung der Fische in andere Gewässer der Heide vermieden werden kann. Dabei wurde das Wasser zunächst abgepumpt und die Tiere dann aufwendig per Hand aus dem schlammigen Grund abgekeschert.
Entgegen der Befürchtungen von einigen Besuchern überwinterten die Tiere im Schlamm des nur 50 - 80 cm tiefen Tümpels und überlebten auch die lang anhaltende Frostperiode im Januar. Die Goldfische dürfen nach Fischereirecht nicht wieder an anderer Stelle ausgesetzt werden. Die abgefischten Tiere können nur an die Reptilienauffangstation oder Zoos zur Verfütterung abgegeben werden.
Im Naturschutzgebiet „Südliche Fröttmaninger Heide“ hat die seltene Wechselkröte die bedeutendste Population für München. Auch viele weitere schützenswerte Tier- und Pflanzenarten finden hier ihren Platz am Rand der Großstadt. Bitte tragen auch Sie zum Schutz dieses wertvollen Gebietes bei und bringen keine Pflanzen und Tiere in das Schutzgebiet ein und nehmen auch keine mit. Es ist laut Naturschutzgebietsverordnung verboten, Pflanzen einzubringen oder Tiere auszusetzen. Zuwiderhandlungen werden polizeilich verfolgt. Bitte melden Sie Beobachtungen dieser Art unverzüglich an den Heideflächenverein oder die Polizei.